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FILE - In this Sept. 15, 2010, file photo, Ottawa Senators owner Eugene Melnyk speaks during a news conference in Ottawa, Ontario. Melnyk has a few new priorities following a life-saving liver transplant — and a renewed focus on some old ones, too. Away from the rink, he's taking up a close-to-home fight. Melnyk launched his new foundation, The Organ Project, on Wednesday, Feb. 15, 2017, with an aim on ending waitlists for transplant patient.  (Adrian Wyld/The Canadian Press via AP, File)

Bei den eigenen Fans äusserst unbeliebt: Eugene Melnyk, Besitzer der Ottawa Senators Bild: AP/CP

Skandal um Stiftungen – der Besitzer der Ottawa Senators ist erneut unter Beschuss

Nach dem ultimativen Seuchenjahr 2018 wurde es zuletzt ruhiger um die Ottawa Senators. Nun hat Teambesitzer Eugene Melnyk aber einmal mehr für Empörung bei den Fans gesorgt.



Es gibt geizige Menschen – und es gibt Eugene Melnyk. Der Besitzer der Ottawa Senators ist unter den Fans der Mannschaft äusserst unbeliebt, weil er eben als extrem knausrig gilt.

Obwohl das Vermögen des Kanadiers auf über 1,2 Milliarden US-Dollar geschätzt wird, hat er immer wieder Spieler gehen lassen, weil er sich weigerte, deren Lohnforderungen zu erfüllen. Aber auch sonst kamen die Senators unter seiner Führung bislang nur selten zur Ruhe. Frischen wir das Gedächtnis noch einmal kurz auf.

Melnyk, der sein Geld mit Pharma-Firmen verdient hat, kaufte die «Sens» im August 2003. Doch der Kanadier schien nie zufrieden, vor allem auch weil die Zuschauerzahlen in Ottawa ziemlich tief sind. So drohte der Besitzer immer wieder damit, das Team an einen anderen Ort zu verlegen.

Das Seuchenjahr 2018

Den bisherigen Gipfel erreichten die Kontroversen im Jahr 2018, ein wahrhaftiges Seuchenjahr für die Senators. Ein unfassbarer Mobbing-Skandal vertrieb Superstar Erik Karlsson und dessen Frau, ein Assistant-General-Manager wurde der sexuellen Belästigung beschuldigt, Spieler lästerten öffentlich über ihre Trainer und aus sportlicher Sicht folgte der Sturz in den Tabellenkeller der NHL.

Die Fans verlangten, dass Melnyk die Franchise an einen fähigeren Besitzer verkauft. In den sozialen Medien aber auch auf Spruchbändern und Werbeanzeigen in der Stadt Ottawa dominierte der Hashtag #MelnykOut. Seither sind die sportlichen Perspektiven allerdings wieder besser geworden. Mit Thomas Chabot und Brady Tkachuk hat man schon zwei junge Teamstützen. Und im kommenden Draft haben die Senators nicht weniger als 13 Picks – sieben davon in den ersten zwei Runden. Doch nun ist es vorbei mit der Ruhe.

Der Knatsch mit der Team-Stiftung

Vor wenigen Tagen hat die «Ottawa Senators Foundation» angekündigt, die Zusammenarbeit mit der Franchise zu beenden. Die Stiftung sammelte in den letzten fünf Jahren über 30 Millionen Dollar und unterstützte damit hauptsächlich Jugendliche in den kanadischen Provinzen Ontario und Québec mit diversen Projekten.

Doch das passte Melnyk offenbar nicht. Nicht nur, dass er von der Stiftung schon seit Jahren Miete einkassierte, er wollte nun selbst auch mehr Einfluss darüber haben, wofür die gemeinnützige Organisation ihr Geld ausgibt. So sollte ein Teil davon etwa an «The Organ Project» gehen. Dieses Projekt wurde von Melnyk selbst ins Leben gerufen und soll dem Thema Organspende Aufmerksamkeit schenken. Das hat allerdings nicht so gut geklappt, doch dazu kommen wir später.

Die «Ottawa Senators Foundation» fokussiert sich aber nunmal auf die Jugendarbeit und wollte sich vom Teambesitzer nicht reinreden lassen. Sie willigte zwar ein, dem «Organ Project» eine Spende über 100'000 Dollar zukommen zu lassen, entschied sich aber dafür, den bis Juli 2020 laufenden Vertrag mit den Senators auslaufen zu lassen. Ab August operiert die Stiftung also unabhängig und darf den Namen und das Logo der Senators nicht mehr weiterverwenden.

Der Skandal mit der eigenen Stiftung

Über Anthony LeBlanc, den Business-Chef der Senators, liess Melnyk erklären, warum er sich bei der «Senators Foundation» einmischen wollte. Demnach habe die Stiftung zu wenig des gesammelten Geldes tatsächlich für gute Zwecke eingesetzt.

Wie heuchlerisch dieser Vorwurf seitens Melnyks ist, hat Rick Gibbons, Journalist bei der «Ottawa Sun» nun aufgedeckt. Dem Bericht zufolge hat die eigene Stiftung des Teambesitzers – «The Organ Project» – im Jahr 2018 991'708 kanadische Dollar gesammelt. Davon wurden aber nur 5000 Dollar – oder anders formuliert 0,49 Prozent – ausgegeben, um tatsächlich auf Organspenden aufmerksam zu machen.

Beinahe 780'000 Dollar wurden verwendet, um die Spendenbeschaffung zu finanzieren. 238'000 Dollar gingen für Administration und Management drauf. Möglicherweise ging sogar Geld an Melnyk selbst.

Der Bericht schlug in NHL-Kreisen hohe Wellen. Auch die Fans der Senators reagierten einmal mehr empört – aber auch grossartig. Innert kürzester Zeit sammelten sie mehr als 16'000 Dollar und spendeten sie dem «Trillium Gift Of Life Network», einer anderen Stiftung, die sich ebenfalls um Organspenden kümmert.

Könnte der neuste Skandal auch der Anfang vom Ende von Melnyks Zeit bei denn Senators gewesen sein? Gemäss NHL-Insider Elliotte Friedman haben sich andere Teambesitzer bei der NHL erkundigt, ob diese denn im Fall Melnyk «nichts machen könne»? Doch laut Friedman ist es unwahrscheinlich, dass die Liga etwas unternehme, solange Melnyk all seine Rechnungen pünktlich bezahle.

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Despacito mit Eishockey-Spielern

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