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Protest-Aktion gegen die Ligareform der National League in Davos

Vor wenigen Tagen lancierten Fans und Spieler eine gemeinsame Protestaktion gegen die Ligareform. Bild: sektor 1921 instagram

Eismeister Zaugg

Die «Reformnarren» sind auf der ganzen Linie gescheitert

Eine Denkpause bei den Hockey-Reformen? Nein, ein Scheinrückzug plus Beruhigungspillen fürs aufgebrachte Publikum. Ein Lehrstück über Arroganz, Führungsversagen und Inkompetenz.



Die Liga (die Vertreter der 12 NL-Klubs) hat also hochoffiziell beschlossen, mit den Reformen innezuhalten, eine Umfrage zu machen, um die Meinung aller Beteiligten anzuhören. Es ist das Eingeständnis für ein Scheitern auf der ganzen Linie.

Beginnen wir mit Unternehmungsführung, Stufe Primarschule, 1. Klasse.

Ausgangslage: Ich habe ein erstklassiges Produkt, das sich in einem schwierigen Umfeld behauptet. Ich bin mit meinem Produkt sportlich erfolgreich und ich habe weltweit die zweithöchsten Zuschauerzahlen. Mein Produkt wird von der ausländischen Konkurrenz bewundert. Nun möchte ich mit einer Reform dafür sorgen, dass dieses Produkt gleich gut bleibt oder besser wird.

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Wie würden diese Primarschüler wohl eine Hockey-Reform angehen? Bild: Shutterstock

Wie gehe ich vor? Ich erkundige mich mit den modernen Kommunikationsmitteln nach den Bedürfnissen und Ansichten meiner Kundinnen und Kunden. Ich beziehe alle wichtigen «Player» in meinem Geschäft in meine Reform ein – Medien, TV-Stationen, Spieler, Klubpräsidenten, Spieleragenten, Manager, Sponsoren, Werbespezialisten, Behörden.

Nachdem ich mir sorgfältig alle Meinungen, Anregungen, Vorschläge, Ideen angehört habe, mache ich mich daran, Reformvorschläge auszuarbeiten.

Diese Vorschläge gebe ich bei allen wichtigen «Player» in die Vernehmlassung. Dann setzen wir uns wieder zusammen, bereinigen die Differenzen und beschliessen konkrete Reformvorschläge.

Das Vorgehen der «Hockey-Reformnarren» spottet jeder Beschreibung. Im stillen Kämmerlein sind im Stil von Geheimbünden unausgegorene Massnahmen beschlossen und verkündet worden, die monatelange heftige, für das Produkt Eishockey schädliche öffentliche Kritik von allen Seiten und vor allem auch von den zahlenden Kundinnen und Kunden (von den Fans) heraufbeschworen haben. Der Gipfel war eine offizielle Medienmitteilung des Verbandes, worin die Reformen ausdrücklich missbilligt worden sind. Harsche Kritik also aus dem «eigenen Haus». Mehr geht nicht.

Dieses Vorgehen steht für Arroganz, Führungsversagen und Inkompetenz. In einer gut geführten Firma wären die dafür Verantwortlichen – Verbandspräsident Michael Rindlisbacher und Liga-Manager Denis Vaucher – nicht mehr tragbar.

Eines sei klargestellt: Die Idee, das Produkt Eishockey zu reformieren, ist gut. Aber die Umsetzung ist miserabel.

Und nun, da das Kind mit dem Bade ausgeschüttet ist, gelobt die Liga also tatsächlich per offizieller Medienmitteilung, innezuhalten, vorerst nichts mehr zu beschliessen und nun hinterher alle anzuhören, sogar die Spieler.

Aber Achtung: Der Entscheid, auf 7 Ausländer zu gehen, der die heftigen Diskussionen erst provoziert hat, wird nicht zurückgenommen.

Was macht es für einen Sinn, Umfragen zu machen und einen zentralen Punkt – die 7 Ausländer – trotzdem stehen zu lassen? Keinen.

Wir sehen: Der verkündete «Reformstopp» ist bloss eine Beruhigungspille fürs aufgebrachte werte Publikum. Gebt jetzt bitte Ruhe.

Dieser Scheinrückzug plus Beruhigungspillen soll verhindern, dass es weiterhin Fan- und Spielerproteste gibt. Damit Ruhe einkehrt und die TV-Partner, die mehr als 30 Millionen im Jahr zahlen, nicht mehr verärgert werden.

Den «Reformnarren» – excusez l'expression, eine andere Bezeichnung ist leider nicht möglich – dämmert inzwischen, dass ja bald Saisonkarten verkauft werden müssen. Ohne Beruhigungspillen fürs Publikum wird das schwierig.

Die Absicht hinter dem «Scheinrückzug» ist klar: Die Lage beruhigen und wenn die Saison vorbei ist und die Aufmerksamkeit des Publikums im Sommer der Fussball-Euro und den Olympischen Spielen gilt, das Ding doch so durchziehen wie ursprünglich geplant.

Dabei wäre die Lösung so einfach: Die Klub-Präsidenten tragen für das Chaos, das ihre «Reformnarren» um SCB-Manager Marc Lüthi und Zugs Patrick Lengwiler mit ihrem Mephisto Denis Vaucher angezettelt haben, die letzte Verantwortung. Sie verordnen einen Stopp. Alle Entscheidungen (ausser dem Verzicht auf den Abstieg für zwei Jahre) rückgängig machen. Zurück auf Feld eins. Konzentration aller Kräfte auf die Bewältigung der aktuellen Virus-Krise. Und dann, wenn diese Krise vorbei ist, wenn wir alle wissen, wie die Welt nach Corona aussieht und funktioniert, eine Reform unter Einbezug aller wichtigen «Player» machen. Nach dem Grundsatz: Tragt Sorge zu unserem Hockey.

Der CEO des EV Zug Patrick Lengwiler waehrend der Saison Medienkonferenz des EV Zug vom Montag 10. September 2018 in Zug. (KEYSTONE/Urs Flueeler)

EVZ-CEO Patrick Lengwiler ist einer der Treiber der Ligareform. Bild: KEYSTONE

Wir können gar nicht sinnvolle Reformen machen, wenn wir nicht wissen, wie die Zeit nach Corona aussieht. Und dann Reformen mit einem Vorgehen, wie es in der Wirtschaftskunde, Stufe Primarschule 1. Klasse, gelehrt wird.

Vor dieser einfachen Lösung stehen Eitelkeiten: Niemand will das Gesicht verlieren. Dabei könnten alle nur an Ansehen gewinnen, wenn dieses unselige Reform-Theater» sofort beendet würde.

Zu den Reformen gehört dann allerdings auch die Diskussionen um eine Neubesetzung von Schlüsselpositionen wie die des Verbandspräsidenten und des Liga-Managers.

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