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Banknoten im Nationalratssaal

Bild: montage: watson / material: keystone, shutterstock

Eismeister Zaugg

Nun fliesst Steuergeld – aber die Klubs müssen die «Hosen herunterlassen»

Auch Profiklubs im Fussball und Hockey bekommen nun Steuergelder geschenkt. Aber die Vorgaben sind rigoros. Die Spielerverträge müssen offengelegt werden und Lohnkürzungen sind notwendig. Da wartet viel Schreibarbeit auf das Klub-Büropersonal und Staats-Juristinnen und -Juristen.



Wer Geld vom Staat will, der muss sich vom Staat dreinreden lassen. Klubgeneräle, die mit den Begleitmassnahmen nicht zufrieden sind, sollten mal einen Landwirt fragen, der sich mit den verschiedensten Vögten auseinanderzusetzen hat und für das korrekte Ausfüllen der Formulare fast nicht mehr ohne Jus-Studium auskommt.

Nun liegen also die Ausführungsbestimmungen für die Auszahlung der Hilfsgelder vor. Sie gelten für die Klubs der beiden höchsten Spielklassen im Fussball und Hockey, der höchsten Ligen im Frauenhockey und -Fussball sowie für die Klubs der höchsten Frauen- und Männer-Ligen im Handball, Volleyball, Basketball und Unihockey. Sie müssen nicht zurückbezahlt werden (A-fonds-perdu). Als Klub gilt die juristische Person, die Trägerin der jeweiligen Mannschaft ist.

Als Basis dienen die Einnahmen aus den Spielen der Saison 2018/19. Der Bund entschädigt die Einnahmeausfälle der Spiele vom 29. Oktober 2020 bis maximal zum 31. Oktober 2021. Wobei die Entschädigung nicht mehr als zwei Drittel der verlorenen Einnahmen ausmachen darf.

Wer Geld will, muss ...

Wer bewilligt die Gesuche?

Die Gesuche sind beim BASPO (Chef: Matthias Remund) einzureichen und werden vom BASPO durch Verfügung abgelehnt oder bewilligt.

Matthias Remund, Direktor BASPO, spricht an einer Medienkonferenz ueber die Studie

BASPO-Chef Matthias Remund. Bild: keystone

Was auffällt

Bei der Ausarbeitung ist das BASPO (es hat die Federführung) dem Populismus der Lohnkürzungen erlegen. Das ist verständlich und eigentlich auch richtig: Das BASPO hat eine politische Verantwortung. Viele Bürgerinnen und Bürger sind gegen die Finanzierung von Profisport mit hohen Gehältern durch Steuergelder.

Erst am 18. Dezember ist das Geschäft von beiden Kammern des Parlamentes bewilligt worden. Dass jetzt schon die Ausführungsbestimmungen vorliegen, ist ein bewundernswerte Spitzenleistung der staatlichen Administration. Oft dauert die Ausarbeitung solcher Bestimmungen mehrere Jahre.

Hier gibt's noch zu klärende Punkte

Weil so aufs Tempo gedrückt werden musste, gibt es einige Punkte, die noch viele Schreibarbeiten für die Juristinnen und Juristen und die Klub-Schreibkräfte geben werden. Die zwei interessantesten:

Die BASPO-Juristinnen und -Juristen haben es verpasst, einen fünfjährigen Reformstopp für die höchste Hockey-Liga in die Bestimmungen aufzunehmen. So hätten die Klubbosse ein «Reform-Timeout» nehmen können, ohne das Gesicht zu verlieren. Aber vielleicht halten sie es ja trotzdem inne.

PS: Wer alles gerne im Detail studieren möchte, wird bei diesem Link fündig: Covid-19 A-Fonds-perdu-Beiträge (admin.ch).

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