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Luganos Thomas Wellinger, links, und Biels Gilian Kohler, rechts, kaempfen um den Puck, beim Eishockey Meisterschaftsspiel der National League zwischen dem EHC Biel und den HC Lugano, am Freitag, 18. Dezember 2020, in der Tissot Arena in Biel. (KEYSTONE/Anthony Anex)

Bald nicht mehr im Dress des HC Lugano: Thomas Wellinger. Bild: keystone

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Thomas Wellinger kommt – Davos hat seinen Verteidigungs-Minister

Der HC Davos hat den Nachfolger für Félicien Du Bois (37) gefunden: Luganos Thomas Wellinger (32) wechselt nach dieser Saison für zwei Jahre zum HC Davos.



HCD-Sportdirektor Raëto Raffainer hat die offensiven Transfers mit den Verpflichtungen von Valentin Nussbaumer (20), Axel Simic (21) und Raphael Prassl (23) weitgehend abgeschlossen. Nussbaumer ist im Austausch mit Luca Hischier bereits aus Biel kommend in Davos eingetroffen. Simic und Prassl kommen auf nächste Saison vom ZSC.

Ganz zuoberst auf der «To-do-Liste» des HCD-Sportchefs steht nun die Verpflichtung eines soliden Schweizer Verteidigers. Und soeben ist er fündig geworden: er hat ab nächster Saison für zwei Jahre (bis 2023) Luganos Thomas Wellinger unter Vertrag genommen. Der Deal ist besiegelt. Damit ist die Nachfolge von Félicien Du Bois (37) geregelt. Der in Ambri gross gewordene Neuenburger geht Ende Saison nach mehr als 800 Partien in der höchsten Liga und zuletzt sieben Jahren in Davos in den verdienten Hockey-Ruhestand.

Wellinger – ein solider Defensivverteidiger

Nun mag da und dort der Gedanke aufkommen: Thomas Wellinger – na und? Wer ist denn das? Tatsächlich hat er während der Qualifikation in der höchsten Liga noch nie mehr als 18 Punkte gebucht. Aber er hat sich im Laufe der Jahre zu einem soliden Defensiv-Verteidiger entwickelt. In Lugano schultert er von allen Schweizer Verteidigern am meisten Eiszeit und kein Spieler in Lugano wird so oft im Box-Play eingesetzt. Im Zweikampf ist der kräftige «Blocker» (188 cm/84kg) sowieso nicht zu beeindrucken. In Lugano hat keiner mehr Schüsse blockiert als er. In der gesamten Liga sind nur noch Langnaus Yannick Blaser und Biels Kevin Fey häufiger von «feindlichen» Pucks getroffen worden.

Rapperswils Martin Ness, links, im Spiel gegen Luganos Thomas Wellinger, rechts, im Eishockey Spiel der National League zwischen den Rapperswil Jona Lakers und dem HC Lugano am Montag, 28. Dezember 2020, in der St. Galler Kantonalbank Arena in Rapperswil. (KEYSTONE/Alexandra Wey)

Voller Einsatz: Wellinger schreckt vor blauen Flecken nicht zurück. Bild: keystone

Einer, der hinten den defensiven Haushalt einigermassen in Ordnung hält, ist beim bisweilen wilden, intensiven Energie- und Tempospiel der Davoser von zentraler Bedeutung. Diesen defensiven Haushalt kann Thomas Wellinger führen und im Laufe seiner Karriere ist er auch zum Leader gereift, in Biel war er einst Assistent von Kult-Captain Mathieu Tschantré. Kommt dazu, dass Thomas Wellinger ja ein Davoser ist. 2007 ist er von Davos aus zu einer Tour-de-Suisse aufgebrochen, die ihn nach Langenthal, Biel, Bern, wiederum Biel und schliesslich 2017 nach Lugano geführt hat. So sind in der höchsten Liga inkl. Playoffs mehr als 500 Spiele und 100 Skorerpunkte plus 12 «Operetten-Länderspiele» zusammengekommen.

Thomas Wellinger ist also durchaus dazu in der Lage, in den Schuhen von Félicien Du Bois zu stehen: sein Vorgänger in der Position des Verteidigungs-Ministers hat in den letzten zehn Jahren in der Qualifikation nie mehr als 21 Punkte beigesteuert und war damit nicht viel produktiver. Und in den letzten acht Jahren hatten Thomas Wellinger und Félicien Du Bois gleich viele Saisons mit einer Minus-Bilanz: nämlich bloss zwei. Nach der Verpflichtung von Thomas Wellinger ist klar: Raëto Raffainer wird auch nächste Saison eine Ausländerlizenz für einen ausländischen Offensiv-Verteidiger verwenden, der mindestens 30 Skorerpunkte beisteuern kann. Im modernen Hockey sollte ein ausländischer Verteidiger mindestens diese Punktezahl erreichen – sonst ist es eine verschwendete Ausländer-Lizenz.

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