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Pep Guardiola ist ein Sprach-Genie: Auch Bayrisch kann er bereits fliessend. 
Pep Guardiola ist ein Sprach-Genie: Auch Bayrisch kann er bereits fliessend. 
bild: keystone/watson

10 Redewendungen auf Bayrisch und Katalanisch – Lehrer Pep Guardiola nimmt dich mit in den Sprachkurs

Bayrisch und Katalanisch: Für den Normalsterblichen Kauderwelsch vom Feinsten. Nicht so für Pep Guardiola: Der Bayern-Coach spricht beide Dialekte fliessend.
06.05.2015, 17:42
Falschmeldung
Satire - (fast) kein Wort ist wahr!

Vergangene Woche war es wieder einmal so weit: Nach dem Cup-Aus gegen Dortmund steht Bayern-Coach vor dem ARD-Mikrofon Red und Antwort und erklärt in bestechender Eloquenz, weshalb seine Mannschaft soeben gescheitert ist. Auf Deutsch.  

Noch keine zwei Jahre ist der Katalane beim deutschen Rekordmeister im Amt, dennoch sind seine Interviews auf Deutsch bereits aussagekräftiger, als es jene eines Lothar Matthäus oder eines Stefan Effenberg jemals waren.

Bei so viel Sprachtalent verwundert es nicht weiter, dass der Neo-Münchner auch des bayrischen Dialekts bereits mächtig ist. Lehrer Pep Guardiola nimmt dich mit in den Sprachkurs. Auf dem Kursprogramm: «10 katalanische und bayrische Redewendungen, die jeder kennen muss.» Und so ganz nebenbei erfährst du auch noch, wie das Innenleben der Bayern vor dem Kracher gegen Barça aussieht. 

Redewendung Nummer 1

bild: keystone/watson

Pep Guardiola: «Zu Beginn meines Engagements in München konnte ich noch kein Bayrisch, deshalb griff ich oft aufs Katalanische zurück. ‹Gos que crida, no mossega› ist ein Sprichwort aus meiner Heimat und bedeutet soviel wie ‹Hunde, die bellen, beissen nicht›!

Ich habe diese Weisheit damals unserem Stürmer Thomas Müller mit auf den Weg gegeben. Er sollte weniger auf dem Platz rumbellen und dafür Tore schiessen. Nun ja, ich glaube er hat mir nicht wirklich zugehört, er hat immer noch die grösste Klappe der ganzen Mannschaft. 

Aber das ist ja auch gar nicht so schlimm, denn er macht die Tore auch so. Hoffentlich auch heute gegen meinen Ex-Verein Barcelona. Denn die anderen Stürmer sind alle ziemlich angeschlagen.»

Redewendung Nummer 2

bild: keystone/watson

Pep Guardiola: «Eine weitere Offensivkraft, welche heute gegen Barça theoretisch fit wäre, ist Mario Götze. Doch unser Teenie-Schwarm ist momentan komplett ausser Form. Der Siegtreffer im WM-Final ist dem Youngster wohl zu Kopf gestiegen, er überschätzt sich vielleicht ein wenig. Ich werde ihn wohl heute zunächst auf die Ersatzbank setzen.

Er sei ja noch ein ‹ganz junga Duttara› habe ich ihm kürzlich gesagt. Ein ‹junga Duttara› ist ein junger Mensch, der erst gerade aufgehört hat, an der Mutterbrust zu saugen, aber trotzdem bereits das Gefühl hat, er sei enorm wichtig. ‹Duttln› sind im Bayrischen übrigens ‹Brustwarzen›.»

Redewendung Nummer 3

bild: keystone/watson

Pep Guardiola: «Gar kein ‹junga Duttara› ist mein Landsmann Thiago Alcantara. Jetzt, da er wieder fit ist, soll er uns ins Champions-League-Finale führen. Manche sagen, ich sei der Zauberer, Thiago der Lehrling; ob das wirklich so ist, kann ich selber nicht beurteilen. Auf jeden Fall vertraue ich ihm voll und ganz und werde ihm heute eine ganz wichtige Rolle zuteilen. 

‹Oli, vi i amic, l'antic›, lautet ein altes katalanischen Sprichwort. Wörtlich übersetzt heisst es so viel wie: ‹Bei Öl, Wein und Freunden, setze auf das Altbewährte!› Bei wichtigen Dingen sollte man seiner Linie treu bleiben und nichts Neues wagen, deshalb habe ich Thiago Alcantara von Barcelona mit nach München genommen.»

Redewendung Nummer 4

bild: keystone/watson

Pep Guardiola: «Mit Robert Lewandowski habe ich seit Beginn unserer Zusammenarbeit ein sehr gutes Verhältnis, ich habe ihn aber auch nie wirklich kritisch beurteilt. Denn wie sagt man so schön auf Katalanisch: ‹A cavall regalat no li miris el dentat.›

Dieses Sprichwort lautet auf Deutsch relativ ähnlich – sogar David Alaba hat's übersetzen können: ‹Einem geschenkten Gaul schaut man nicht ins Maul.› Und heute schon gar nicht: Denn Robert hat sich den Kiefer gebrochen, hoffentlich gibt die medizinische Abteilung trotzdem grünes Licht für einen Einsatz.» 

Redewendung Nummer 5

bild: keystone/watson

Pep Guardiola: «Apropos medizinische Abteilung: Mit der habe ich mich ja erst kürzlich so richtig zerstritten. Dieser aufgeblasene Dr. Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt mit seinen Guru-Methoden. Nein, so etwas kann ich nicht gebrauchen. Zumal ja trotz Müller-Wohlfahrt-Hokuspokus immer alle Stammkräfte verletzt waren.

Da sind mir einfache Faustregeln tausendmal lieber. Zum Beispiel die altbayerische Mediziner-Weisheit: ‹Wenn's Oaschl brummd, is's Herzal gsund›. Heisst so viel wie: ‹Wea guat foazt, braucht koan Oazt!›»

Redewendung Nummer 6

bild: keystone/watson

Pep Guardiola: «Ich habe die Ehre, die wohl beste Flügelzange der Welt zu coachen. ‹Robbery› nennen sie das Wunderwerkzeug hier in München. Doch zum Einsatz kommt es selten. Robben und Ribéry sind im Bayern-Lazarett leider Dauergäste.

Manchmal hat man das Gefühl, die beiden Superstars stecken sich gegenseitig an. Ganz so wie es eine Weisheit besagt, die mich in meiner Kindheit ein greiser Mann im hügeligen Hinterland Barcelonas gelehrt hat: ‹El que va amb un coix, al cap de l'any son dos.› Auf Deutsch übersetzt heisst das: ‹Wer mit einem Hinkenden zusammengeht, (wird erleben), dass ein Jahr später zwei hinken.›»

Redewendung Nummer 7

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bild: Bongarts/Getty Images/watson

Pep Guardiola: «Sehr schade, dass der Holländer und der Franzose in meinem Team ausfallen. In meiner Zeit als Barça-Coach habe ich nämlich gelernt, wie man aus einer Multi-Kulti-Truppe eine Einheit formt.

Im Camp Nou sangen die Fans nach dem Spiel immer das gleiche Lied, bei dem mir folgender Passus besonders in Erinnerung blieb. ‹Si del Sud o del nord, Ara estem d'acord estem d'acord, Una bandera ens agermana!›

Die Passage stammt aus dem Lied ‹El Cant del Barça› und heisst auf Deutsch: ‹Ob aus dem Süden oder dem Norden, Jetzt sind wir eins, wir sind eins, eine Fahne vereinigt uns.›» 

Redewendung Nummer 8

bild: keystone/watson

Pep Guardiola: «Ach, wirklich schade, dass der Arjen im Cup gegen Dortmund auch noch ausfallen musste. Aber das war sowieso ein Abend zum Vergessen. Ich habe auch miserabel gecoacht, mit ein bisschen Abstand gebe ich das auch zu. Weshalb habe ich bloss den Thomas ausgewechselt? Der hätte seinen Penalty sicher verwandelt. Nicht so wie Philipp, Xabi, Mario und Manuel.

Allerdings muss ich auch zugeben, dass ich vor dem Elfmeterschiessen gar nicht genau gewusst habe, was ich den Schützen noch mit auf den Weg geben sollte. Dem Philipp habe ich einfach das erstbeste bayrische Sprichwort ins Ohr geflüstert, das mir eingefallen ist. ‹Es is wuaschd wia dick as brot is, so lang d wuaschd dicka wia s brot is.›

In München bezeichnen sie dieses Sprichwort als eine ‹klassische Brotzeitweisheit›. Ich erkenne jedoch überhaupt keinen Sinn dahinter; kein Wunder ist Philipp ausgerutscht!»

Redewendung Nummer 9

bild: keystone/watson

Pep Guardiola: «Letzten Endes ist das Ausscheiden im Cup aber vielleicht gar nicht so schlecht. ‹Ma ko mid oan Hintern jo ned af zwoa Houzoatn sitzen.› So können wir uns wenigstens voll und ganz der Champions League widmen und müssen uns nicht mehr um den heimischen Pokal kümmern.

Das habe ich nach dem Cup-Aus auch dem Jürgen Klopp gesagt. Ob er es verstanden hat, weiss ich nicht. Er hat nur irgendetwas von ‹Borsigplatz› und ‹Berlin, Berlin, wir fahren nach Berlin› vor sich hingemurmelt.»

Redewendung Nummer 10

bild: keystone/watson

Pep Guardiola: «Nach Berlin fahren wir diesen Frühling auch noch: Ans Champions-League-Finale. Hoffentlich. Wer weiss das schon?»

In München habe ich gelernt, die Dinge einfach so zu nehmen, wie sie halt kommen. Sicher ist sowieso nur der Tod. Deswegen verzichte ich auch auf eine Prognose für das heutige Hinspiel und verbleibe mit dem wohl urbayerischten Spruch von allen: ‹Sauf ma, na steam ma – sauf ma ned, na steam ma aa, oiso sauf ma! ›»

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