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Boateng Hummels Müller

Einst zusammen im Nationalteam: Jérôme Boateng, Mats Hummels und Thomas Müller (von links). Bild: imago-images.de

Löw denkt über Rückkehr von Müller und Hummels nach – aber wohl nicht von Boateng



Er bewegt sich also doch. Der deutsche Bundestrainer Jogi Löw hat in Interviews erstmals eine Rückkehr der ausgebooteten Weltmeister Thomas Müller und Mats Hummels in die DFB-Elf angedeutet.

Das oberste Ziel in diesem Jahr sei eine erfolgreiche EM, betonte Löw. Und um dieses Ziel zu erreichen, scheint er bereit zu sein, über den eigenen Schatten zu springen. «Besondere Umstände können eine Unterbrechung des Umbruchs rechtfertigen», so der 61-Jährige gegenüber dem «Kicker».

«Die wissen, wie es bei der Nationalmannschaft läuft»

In der ARD betonte der Bundestrainer, dass durch die Corona-Pandemie «fast ein Jahr gestohlen» worden sei, «also kann man sich jetzt überlegen, ob man so einen Umbruch vielleicht auch mal unterbricht, wenn es unbedingt erforderlich ist, und wenn meine Trainer und ich der Meinung sind, wir brauchen noch den einen oder anderen Prozentgeber oder Energiegeber sportlich gesehen oder in der Führung.»

Falls solche Spieler infrage kämen, wären diese schnell integriert, sagte Löw weiter. «Das wäre kein Problem. Die wissen, wie es bei der Nationalmannschaft läuft.»

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Jogi Löws Interview in der ARD. Video: YouTube/Sportschau

Löw wünscht sich bessere Kommunikation auf dem Platz

Zwischen den Zeilen ist herauszulesen, dass Bayern Münchens Mittelfeldantreiber Thomas Müller wohl die besten Karten besitzt, für die EM 2021 aufgeboten zu werden. Denn Löw sagte über seine Nationalmannschaft: «Was ich mir wünsche: eine andere Kommunikation auf dem Platz. Es ist wichtig, dass man miteinander kommuniziert, redet. Wenn was ein bisschen aus dem Ruder läuft, brauchen wir eine andere Lautstärke, eine andere Kraft auf dem Platz.» Müllers Spitzname «Radio Müller» spricht in diesem Zusammenhang für sich, ganz abgesehen von den oft herausragenden Leistungen des 31-Jährigen beim Meister und Champions-League-Sieger.

Über Müller sagte Löw in der ARD: «Wenn man solche Spieler mitnimmt, dann muss man ihnen natürlich eine klare Aufgabe geben, dann erwartet man von den Spielern, dass sie die Führung mit übernehmen. […] Wenn es so sein wird, dass er kommt, dann bin ich schon mit ihm im Austausch. Natürlich muss man ihn auf so Dinge vorbereiten, klar, davon können sie ausgehen.»

Auch für Dortmunds Innenverteidiger Mats Hummel könnte es eine Rückkehr in die DFB-Elf geben. Ob das auch für Jérôme Boateng vom FC Bayern München gilt? Wohl eher nicht. Im «Kicker» lobte Jogi Löw bloss die beiden anderen Spieler: «Der Charakter von Thomas Müller und Mats Hummels ist, dass sie andere nicht unterdrücken.»

Trotz Baisse hohe Erwartungen

Deutschland war an der WM 2018 in Russland als Titelverteidiger bereits in der Vorrunde ausgeschieden. Danach folgten der Abstieg aus der Top-Gruppe der Nations League und im vergangenen November eine epische 0:6-Niederlage gegen Spanien. Dass nach jener Pleite sein Kopf gefordert wurde, konnte keinen überraschen. Löw sagte, die Kritik an seiner Person müsse er sich gefallen lassen. Er habe «dann auch im Nachhinein gesehen, dass meine Körpersprache natürlich schlecht war, das war ein absoluter Fehler in der Situation. Ich wusste, irgendwie können wir das Ergebnis nach einem 3:0 oder 4:0 nicht mehr drehen, das hat meinen Frust eigentlich noch verstärkt. Ich finde es ja manchmal auch nicht zielführend, wenn man dann wild gestikulierend an der Seitenlinie hoch und runter geht.»

 Im Joachim Loew, Bundestrainer Deutschland, GER, Spanien vs. Deutschland, Fussball, UEFA Nations League, Saison 2020/2021, 17.11.2020 GER, Spanien vs. Deutschland, Fussball, UEFA Nations League, Saison 2020/2021, 17.11.2020 Sevilla *** In Joachim Loew, national coach Germany, CEF, Spain vs Germany, football, UEFA Nations League, season 2020 2021, 17 11 2020 CEF, Spain vs Germany, football, UEFA Nations League, season 2020 2021, 17 11 2020 Seville Copyright: xEibnerxPressefotox EP_EER

Versteinerte Miene: Löw beim 0:6 in Sevilla. Bild: www.imago-images.de

Trotz der anhaltenden Baisse habe er hohe Erwartungen an die EM im Sommer, betonte Löw: «Wenn wir zu einem Turnier gehen, dann wollen wir so weit wie möglich kommen, das war ja immer unser Anspruch. 2018, zugegeben, haben wir bei der WM versagt, die haben wir wirklich in den Sand gesetzt. Aber das hindert uns nicht daran, unsere Ansprüche wieder ganz oben anzulegen.» Es werde ein besonderes Turnier nach einer aussergewöhnlichen Saison werden, so Löw. Die Spieler hätten durch die vielen Spiele eine viel höhere Belastung, «sie sind am Limit und die Höhepunkte kommen jetzt erst noch.»

Jogi Löw gab nicht nur zu altgedienten Nationalspielern Auskunft sondern auch zu den möglichen DFB-Stars der Zukunft. So gab er bekannt, Bayerns Jamal Musiala (18) für die anstehenden WM-Qualifikationsspiele aufzubieten. Florian Wirtz (17) von Bayer Leverkusen bezeichnete er als «einen aussergewöhnlichen Spieler. Mit welcher Energie er schon spielt, wie er sich in gute Räume bewegt, den finde ich richtig interessant.» Und über Borussia Dortmunds Sturmjuwel Youssoufa Moukoko (16) sagte er: «Es gibt wenige Spieler in dem Alter, die schon so gut sind.» (ram)

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