DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Le milieu valaisan Pajtim Kasami celebre le 3 a 3 lors de la rencontre de football de Super League entre le FC Sion et le BSC Young Boys Bern ce dimanche 24 novembre 2019 au stade de Tourbillon a Sion. (KEYSTONE/Laurent Gillieron)

Im immer unruhigen FC Sion eine Konstante: Pajtim Kasami. Bild: KEYSTONE

Pajtim Kasami gibt sich kämpferisch: «Die Geschichte ist nicht zu Ende!»

Mit Turbulenzen kennen sich die Spieler des FC Sion eigentlich aus. Doch so etwas wie die Corona-Krise haben auch sie noch nicht erlebt. Pajtim Kasami, auf dem Feld der Anführer der Walliser, über Kurzarbeit, die Fortsetzung der Saison und den Traum von der Rückkehr ins Nationalteam.



Pajtim Kasami hat sich mittlerweile beruhigt. Er respektiert die Restriktionen, die ihm die Coronavirus-Pandemie auferlegt. In Montreux, fernab von seiner Familie, die in Zürich wohnt, stellte er sich der Nachrichtenagentur Keystone-SDA offen zu einem Gespräch.

«Meine anfängliche Ablehnung einer Kurzarbeit hat einen wahrhaften medialen Sturm ausgelöst. Journalisten aus ganz Europa riefen mich pausenlos an. Jetzt, wo die Situation geregelt ist und eine Einigung mit dem FC Sion vorliegt, darf ich sagen, dass ich mich viel besser fühle.» Der U17-Weltmeister fügt hinzu, dass es der Klub war, der in dieser bedauerlichen Sache den ersten Schritt machte.

Le footballeur Pajtim Kasami, milieu du FC Sion, pose avant un interview, ce vendredi, 21 juin 2019, a Crans-Montana. (KEYSTONE/Valentin Flauraud)

Steht zu seiner Meinung: Pajtim Kasami. Bild: KEYSTONE

«Wenn ich alle Kritiken lesen würde …»

Die Zugehörigkeit zur Gruppe der neun Spieler, die sich anfänglich geweigert hatten, sich auf eine Kurzarbeit einzulassen, hat der Kritik ohne Zweifel noch mehr Gewicht gegeben. Sie zeigte, dass Pajtim Kasami, der am besten bezahlte Spieler des Kaders, im FC Sion nur ein «Lohnempfänger» unter vielen ist. «Wenn ich alle Kritiken lesen würde, hätte ich das Fussballspielen seit langem aufgegeben. Aber der Fussball ist mein ganzes Leben. Ich esse Fussball, ich schlafe Fussball. Und, glauben Sie mir, der FC Sion ist seit drei Jahren ‹mein› Klub. Deshalb habe ich nichts dagegen, das Abenteuer im Wallis zu verlängern. Aber der Klub ist es, der die Karten in der Hand hat.»

Bevor er im Sommer 2017 zum FC Sion stiess, brachte Pajtim Kasami viel Erfahrung im Gepäck mit. Die Karriere hatte ihn nach Palermo, zu Fulham nach London, zu Olympiakos Piräus und nach Nottingham geführt. «Ich habe im Fussball viel gesehen. Wie die Fans von AEK Athen, die mich nach einem Derby gegen Olympiakos drei Tage lang verfolgten und mir auflauerten.» Dennoch traf er in Sitten auf etwas, dem er sich noch nie hatte stellen müssen: «Die Kommunikation im Klub ist in dem Sinn speziell, dass fast nichts intern bleibt. Alles findet sehr rasch den Weg in die Zeitungen.»

Konstant ist bei Sion nur die Inkonstanz

Ein weiteres Charakteristikum des Klubs ist für Kasami das Phänomen der vielen Wechsel. «2017 begann ich unter Trainer Paolo Tramezzani, 2018 unter Murat Yakin und 2019 unter Stéphane Henchoz. Ich kann Ihnen versichern, dass dies für einen Spieler im Kopf nicht einfach ist. Für einige muss das sogar sehr verwirrlich sein. Auch das Kader wird andauernd umgewälzt. Wir sind nur noch fünf Spieler, die schon im Sommer 2017 dabei waren: Ermir Lenjani, Kevin Fickentscher, Jan Bamert, Birama Ndoye und ich.»

Auch wenn er am 1. Juli frei ist, um dorthin zu gehen, wo er will, und auch wenn sich die Hoffnungen, die er in den drei Jahren im Wallis genährt hat, nicht wunschgemäss konkretisiert haben, will Pajtim Kasami daran glauben, dass die Geschichte noch nicht zu Ende ist. «Die Möglichkeit, dass wir Ende Mai oder Anfang Juni wieder spielen können, besteht. Ich habe bei der FIFA nachgefragt, wie es für einen Spieler, dessen Vertrag ausläuft, weitergehen könnte, falls die Saison erst im Juli oder im August beendet werden sollte. Es gibt keine Schwierigkeiten, vorausgesetzt natürlich, dass der Spieler mit dem Klub eine Einigung erzielt. Ich will deshalb mit dem FC Sion in der Super League bleiben und ihm helfen, Cupsieger zu werden.»

Zurück in die Nati?

Nachher wird es für Pajtim Kasami Zeit, an die Zukunft zu denken. «Ich will den Weg finden, der mir die besten Möglichkeiten gibt, in die Nationalmannschaft zurückzukehren. Trotz der Nichtberücksichtigung für die WM 2014, die EM 2016 und die WM 2018 hat der Zürcher das Thema Nationalmannschaft nicht abgeschrieben.

«Ich bin erst 27 Jahre alt. Alles wäre einfacher, wenn der FC Sion in der Meisterschaft unter den Besten wäre», so der 12-fache Nationalspieler (zwei Tore). «Ich bin immer auf der Liste der 30 Vorselektionierten. Ich weiss, dass ich letzten Oktober für die Spiele gegen Irland und Gibraltar beinahe aufgeboten worden wäre. Jetzt muss ich im Klub brillieren, sei es mit Sion oder mit einem anderen Klub, um den Nationalcoach zu überzeugen.» (ram/sda)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Die unendliche GC-Saga

Fast schon weltberühmt: Baronis Carbonara

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Unvergessen

England sucht den schnellsten Fussballer – und einer mit Hangover gewinnt

12. April 1992: Wer ist der schnellste Fussballer im Land? Heute schaut man wohl einfach im FIFA-Game nach dem «Speed»-Wert. Aber 1992 ist das noch anders: Da lässt man einen Spieler von jedem englischen Profiklub um 10'000 Pfund sprinten.

1992 ist ein bedeutsames Jahr in Englands Fussball. Nein, nicht weil im Sommer die Premier League ihren Betrieb aufnimmt. Sondern weil ein paar Monate vorher in einem offiziellen Wettkampf über mehrere Runden ermittelt wird, wer der schnellste Fussballer im ganzen Land ist.

10'000 Pfund beträgt die Siegerprämie, welcher der Sponsor des Liga-Cups ausgelobt hat, das entspricht damals rund 25'000 Franken. Viel Geld selbst für Erstliga-Profis und erst recht für einen Akteur aus den drei unteren …

Artikel lesen
Link zum Artikel