DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
FILE - In this Sunday, July 28, 2019, file photo, Shelby Houlihan crosses the finish line as she wins the women's 5,000-meter run at the U.S. Championships athletics meet, in Des Moines, Iowa. Houlihan, the American record holder in the 1,500 and 5,000 meters, posted on social media that she

Hält die Landesrekorde über 1500 und 5000 Metern: Shelby Houlihan. Bild: keystone

US-Meisterin wegen Dopings gesperrt – sie sagt: «Es muss der Burrito gewesen sein»



Die US-amerikanische Leichtathletin Shelby Houlihan ist wegen Dopings für vier Jahre gesperrt worden. Der 28-Jährigen wurde das anabole Steroid Nandrolon zum Verhängnis.

Dabei beteuert Houlihan ihre Unschuld. Die Inhaberin der nordamerikanischen Rekorde über 1500 und 5000 Meter glaubt zu wissen, wieso ihre Probe positiv war. In einem Instagram-Post schreibt sie:

«Wir kamen zum Schluss, dass die wahrscheinlichste Erklärung ein Burrito ist.»

Die Läuferin erhielt Mitte Januar die Nachricht, dass eine von ihr einen Monat zuvor abgegebene Dopingprobe positiv sei und sie deshalb provisorisch ab sofort gesperrt sei. «Als ich diese E-Mail erhielt, musste ich sie etwa zehnmal durchlesen und googeln, was es war, auf das ich gerade positiv getestet worden war. Ich hatte noch nie von Nandrolon gehört», schreibt Houlihan.

Die Sportlerin fiel aus allen Wolken und begann zu recherchieren. Dabei will sie erfahren haben, dass die Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) seit längerem davon ausgehe, dass der Verzehr von Schweinefleisch zu einem falschen Positivbefund für Nandrolon führen könne. Bestimmte Schweinearten würden dieses Steroid in hohen Mengen produzieren.

Die Spuren führen zum Foodtruck

In den Tagen nach dem Bescheid der Sperre versuchte Houlihan ihre Essen zur Zeit des fraglichen Dopingtests zu rekonstruieren. Dabei stellte sie fest, dass sie rund zehn Stunden vor dem Besuch der Kontrolleure einen Burrito konsumiert hatte. «Ich hatte ihn in der Nähe meines Hauses in Beaverton (Oregon) gekauft, der mexikanische Foodtruck serviert Innereien vom Schwein.» Also habe sie die Dopingjäger darüber informiert, sie glaube, dass jener Burrito die Quelle für ihren positiven Test sei.

Doch ihr sei nicht geglaubt worden, beklagt sich die Leichtathletin. «Ich habe alles getan, was ich konnte, um meine Unschuld zu beweisen. Ich habe einen Lügendetektortest bestanden. Ich habe eine Haarprobe von einem der weltbesten Toxikologen nehmen lassen. Die WADA stimmte zu, dass der Test bewies, dass es keine Anhäufung dieser Substanz in meinem Körper gab, was der Fall gewesen wäre, wenn ich sie regelmässig genommen hätte», schreibt die verzweifelte Houlihan.

«Verloren, gebrochen, wütend»

Doch nichts habe die Dopingfahnder von ihrer Entscheidung abrücken lassen. «Stattdessen kamen sie einfach zu dem Schluss, dass ich eine Betrügerin bin.» Sie glaube, dass ihre Erklärung viel besser zu den Fakten passe – weil sie wahr sei.

Und trotzdem wurde sie gesperrt, ein Rekurs der Sportlerin wurde vom Internationalen Sportgerichtshof (CAS) abgewiesen. Shelby Houlihans Kommentar: «Ich fühle mich völlig am Boden zerstört, verloren, gebrochen, wütend, verwirrt und verraten von genau dem Sport, den ich geliebt und in den ich mich gestürzt habe, nur um zu sehen, wie gut ich war.»

Die Leichtathletin wird damit zwei Olympische Spiele verpassen. Jene von Tokio, die von 2020 auf diesen Sommer verschoben worden, und auch jene 2024 in Paris. (ram)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Prominente Sportler von A bis Z, die mit Doping erwischt wurden

1 / 59
Prominente Sportler von A bis Z, die mit Doping erwischt wurden
quelle: epa/apa / roland schlager
Auf Facebook teilenAuf Twitter teilenWhatsapp sharer

Du würdest gerne eine Pizza daten? Kein Problem

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Unvergessen

Wyndham Halswelle wird Olympiasieger – weil er im Final der einzige Läufer ist

25. Juli 1908: Es ist eine bescheidene Zeit, welche der Brite Wyndham Halswelle im Final des 400-Meter-Finals an den Olympischen Spielen in London aufstellt. Doch locker und zufrieden läuft der 25-jährige Schotte ins Ziel ein. Die Goldmedaille ist ihm sicher – denn ausser ihm ist niemand gestartet.

Am 23. Juli 1908 stehen an den Olympischen Spielen drei Amerikaner und ein Brite im Final des 400-Meter-Laufs. Dank des olympischen Rekordes von 48,4 Sekunden, welchen der Schotte Wyndham Halswelle in der Qualifikation aufgestellt hat, ist der 25-Jährige Favorit auf die Goldmedaille. Doch die Amerikaner John Carpenter, William Robbins und John B. Taylor unternehmen alles, um einen Heimsieg der Briten zu verhindern.

Carpenter startet auf der Innenbahn, Halswelle, Robbins und Taylor in dieser …

Artikel lesen
Link zum Artikel