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Stan Wawrinka, of Switzerland, throws down his racket in the fourth set against Illya Marchenko, of Ukraine, during the fourth round of the U.S. Open tennis tournament, Monday, Sept. 5, 2016, in New York. (AP Photo/Jason DeCrow)

Stan Wawrinka muss seine Emotionen gegen Juan Martin Del Potro im Griff haben. Bild: AP/FR103966 AP

Heisse Atmosphäre im gigantischen Stadion garantiert: Wawrinka gegen Del Potro und 20'000 Fans

Auf Stan Wawrinka wartet in der Nacht auf Donnerstag (ca. 2.30 Uhr) eine enorm schwierige Aufgabe. Im US-Open-Viertelfinal wird er gegen einen wieder erstarkten Juan Martin Del Potro und rund 20'000 Zuschauer mit vielen Sympathien für das Comeback des Argentiniers kämpfen müssen.



Wawrinka wird heute nicht der beliebteste Mann im gigantischen Arthur Ashe Stadium sein. Denn der Romand hat im US-Open-Viertelfinal nichts Geringeres im Sinn, als den Lauf des Fanlieblings Juan Martin Del Potro ein Ende zu setzen. Nicht, dass der 31-jährige Waadtländer auf den Argentinier neidisch wäre. «Alle sind froh, dass er wieder zurück ist», bekräftigt er. «Nach so vielen Verletzungen mögen es ihm alle gönnen, dass es wieder gut geht.» Mit einem Lachen fügt Wawrinka an: «Das heisst nicht, dass man gegen ihn spielen will.»

Juan Martin del Potro, of Argentina, signs autographs for fans after defeating David Ferrer, of Spain, during the third round of the U.S. Open tennis tournament, Saturday, Sept. 3, 2016, in New York. (AP Photo/Kathy Willens)

Juan Martin Del Potro: Die Fans in Flushing Meadows lieben ihn und seine Comeback-Story. Bild: Kathy Willens/AP/KEYSTONE

Del Potro kehrte in diesem Frühjahr nach einer zweijährigen Leidenszeit mit drei Operationen am linken Handgelenk auf die Tennistour zurück. Spätestens mit den Siegen gegen die Weltnummer 1 Novak Djokovic und Rafael Nadal an den Olympischen Spielen in Rio mit dem anschliessenden Gewinn der Silbermedaille zeigte der US-Open-Champion von 2009, dass er schon wieder annähernd auf dem Niveau seiner besten Tage spielt.

Er ist als Nummer 142 der Welt der schlechtestklassierte Viertelfinalist in New York, seit Jimmy Connors 1991 mit 39 Jahren nochmals die Halbfinals erreicht hat.

FILE - In this Sept. 5, 1991, file photo, Jimmy Connors celebrates a point against Paul Haarhuis, of the Netherlands, during their quarterfinals match at the U.S. Open tennis tournament in New York. Fans can look forward to a variety of grunts, shrieks and hoots as the start of the U.S. Open approaches on Monday, Aug. 27, 2012. Noisemaking competitors have stirred reactions from tennis enthusiasts and opposing competitors alike, causing governing bodies to look for ways to regulate the sound level. The Associated Press takes a look at offenders past and present, the hindrance rule, and how to tame the grunters. (AP Photo/Elise Amendola, File)

Jimmy Connors war 1991 als Nummer 174 der schlechtestplatzierte Spieler in den Halbfinals der US Open. Bild: AP

In Wimbledon war Del Potro besser

Ein erstes Ausrufezeichen bei seinem Comeback hatte Del Potro in Wimbledon gesetzt, als er in der 2. Runde gegen Wawrinka gewann. Dennoch schiebt der Argentinier die Favoritenrolle der Weltnummer 3 zu, «weil der Rückhand-Slice hier nicht so tief bleibt wie auf dem Rasen in Wimbledon».

«Gegen Del Potro spielen will keiner.»

Stan Wawrinka

Auf den Slice greift Del Potro viel mehr zurück als früher, weil er die Rückhand nach den Verletzungsproblemen nicht mehr so hart schlagen kann. Weniger gefährlich ist er deshalb nicht. Mit der Vorhand und dem Aufschlag kann der neben dem Platz so ruhige und freundliche «sanfte Riese» jeden Gegner dominieren.

Sept 1, 2016; New York, NY, USA;  Juan Martin del Potro of Argentina after beating Steve Johnson of the USA on day four of the 2016 U.S. Open tennis tournament at USTA Billie Jean King National Tennis Center. Mandatory Credit: Robert Deutsch-USA TODAY Sports

Selbst gegen den Einheimischen Steve Johnson wurde Del Potro in der 2. Runde im Arthur Ashe deutlich mehr unterstützt. Bild: X02835

Eine «grosse Herausforderung»

Wawrinka spricht denn auch von einer «grossen Herausforderung». Er werde besser spielen müssen als in den ersten vier Runden. «Del Potro schlägt die Bälle sehr hart, aber er versteht es auch, den Gegner einzulullen», erklärt der Lausanner. «Ich muss die Ballwechsel diktieren, um ihn nicht sein Spiel aufziehen zu lassen.»

Stan Wawrinka of Switzerland, right, and Juan Martin Del Potro of Argentina, left, during their second round match, at the All England Lawn Tennis Championships in Wimbledon, London, Friday, July 1, 2016. (KEYSTONE/Peter Klaunzer)

Das letzte Duell endete mit einem 3:6, 6:3, 7:6, 6:3 in Wimbledon im Juni 2016. Bild: KEYSTONE

Einfach wird dies nicht, denn er wird auch gegen die grosse Mehrheit der rund 20'000 Fans spielen müssen. Für Del Potro ein wichtiger Aspekt. «Die Zuschauer geben mir in jedem Spiel eine grosse Power», schwärmt er. «Das hilft mir enorm zu kämpfen und mein bestes Tennis zu spielen.»

Stan Wawrinka ist aber durchaus bekannt dafür, in einer heissen Atmosphäre sein bestes Tennis zu zeigen. Denn wie sagt er bei aller Sympathie für den Argentinier so schön: «Gegen Del Potro spielen will keiner.» Und verlieren wohl erst recht nicht. (sda)

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