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Gael Monfils, of France, reacts after a point to Novak Djokovic, of Serbia, during the semifinals of the U.S. Open tennis tournament, Friday, Sept. 9, 2016, in New York. (AP Photo/Seth Wenig)

Tat immer wieder so, als wäre er halb tot: Gäel Monfils versuchte es gegen Novak Djokovic mit allen Mitteln. Bild: Seth Wenig/AP/KEYSTONE

«Ich wollte in seinen Kopf» – die Kontroverse um Monfils' Psycho-Spielchen gegen Djokovic

Es hat alles nix gebracht. In einem bizarren US-Open-Halbfinal scheitert Gäel Monfils an Novak Djokovic in vier Sätzen. Der Franzose zieht alle Register, um den Sieg auf seine Seite zu zwingen, und gerät genau deshalb in die Kritik.

Donat Roduner
Donat Roduner



Es steht 5:1 im ersten Satz, Novak Djokovic schlägt gegen Gäel Monfils zum Satzgewinn auf. An sich nichts Aussergewöhnliches, würde der Franzose nicht so auf dem Platz stehen, als hätte er mit dem Grand-Slam-Halbfinal ja so gar nichts zu tun.

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Monfils steht beim ersten (!) Service des Gegners ohne jegliche Körperspannung zwei Meter im Feld drin und spielt lediglich lustlose Halbvolleys und verliert natürlich den Satz. Die Ausprägung bleibt nicht dieselbe, aber der 1,93-m-Schlacks zieht die Mätzchen bis zum Schluss durch. Beispielsweise hält er sich immer wieder das Knie, nur um dann während den Ballwechseln wie eine von der Wespe gestochene Wildkatze über den Platz zu hetzen.

Erinnerungen an den French-Open-Halbfinal vor einem Jahr kommen auf, als sich Serena Williams mit ihrer «Sterbender-Schwan-Taktik» gegen Timea Bacsinszky durchsetzte und diese anschliessend bittere Tränen weinte. Nach dem gestrigen Spiel weinte mit Verlaub niemand, die Reaktionen waren aber ähnlich ausgeprägt.

«Das ist kein Sport mehr»

Ähnlich wie diese überschaubare Auswahl fielen viele Voten aus. Sogar das sonst so abgebrühte SRF-Kommentatorenduo Bürer/Günthardt echauffierte sich über Monfils, sein Verhalten grenze an Unsportlichkeit. Das tut es wohl, doch das entscheidende Wort im vorherigen Satz ist das Verb «grenzen», gegen die Regeln ist sein Verhalten nicht.

Er fühle sich «supergut», sagte Monfils vor dem Match, gab aber auch zu Protokoll: «Ich glaube wirklich, dass ich Djokovic schlagen kann – einfach nicht im Tennis.» Darum hat sich der athletische Franzose also eine umstrittene Taktik zugelegt: «Ich wollte in seinen Kopf.»

Das mag ihm zum Teil sogar gelungen sein, der Serbe wirkte seinerseits hin und wieder verwirrt. «Es gab Phasen, da hat er mich genervt, Phasen, in denen er mich amüsierte, was er zu tun wagte, und Phasen, in denen ich mich über mich selbst aufregte, dass ich mich wegen so etwas aus dem Rhythmus bringen lasse», sagte Djokovic nach dem Spiel, dass er nach 2:35 Stunden mit 6:3, 6:2, 3:6, 6:2 für sich entschied.

Experiment gescheitert

Es bleibt also zu konstatieren, dass Monfils' Psycho-Taktik nicht aufgegangen ist. Im Head-to-Head mit der Nummer 1 steht es nunmehr 0:13 und es ist anzunehmen, dass der im Kanton Waadt ansässige Rechtshänder im nächsten Duell mit dem «Djoker» wieder ganz auf seine Tennis-Fähigkeiten vertrauen wird, denn die sind eigentlich nicht von schlechten Eltern, wie folgende Beispiele zeigen.

Monfils, die Gummi-Wand

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Flink auf dem Platz wie kein Zweiter

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