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epa08485671 Novak Djokovic (C) of Serbia reacts with staff after the final match at the Adria Tour tennis tournament in Belgrade, Serbia, 14 June 2020. The Adria Tour will be held until 05 July in a number of Balkan countries.  EPA/ANDREJ CUKIC

Novak Djokovic geniesst in Belgrad das Bad in der Menge. Bild: keystone

Djokovic tanzt und feiert in Belgrad trotz Coronakrise oben ohne durch die Nacht

Am Wochenende begann in Belgrad die von Novak Djokovic initiierte Adria-Tour, bei der auch Alexander Zverev und Dominic Thiem spielten. Ein voller Publikumserfolg. Danach feierten die Spieler bis spät in die Nacht.

Simon Häring / CH Media



Sommerliche Temperaturen, Sonnenschein, mehrere tausend Zuschauer, dicht an dicht gedrängt, hochklassiges Tennis mit Spielern aus aller Welt, dazu ein musikalisches Rahmenprogramm – der Auftakt der Adria-Tour in Belgrad war ein Erfolg. Novak Djokovic ist der Initiator der Turnierserie, die in den nächsten Wochen auch in Kroatien, Montenegro und Bosnien & Herzegowina Halt macht. Für Djokovic, der in den Halbfinals scheiterte, sind die Auftritte in seiner Heimat eine Herzensangelegenheit. Es fliessen Tränen der Rührung. Der Serbe sagt: «Ich wurde von meinen Emotionen überwältigt, weil mich das alles an meine Kindheit erinnert.»

Berauschend und rührend, unbeschwert und befreiend sind die Bilder, die uns aus Belgrad erreichen. Aber vor allem auch: befremdlich. Sie zeichnen das Bild einer heilen Welt, als wäre Djokovics Heimat derzeit eine Insel der Glückseligkeit, die verschont blieb vom Coronavirus, mit dem sich über acht Millionen Menschen infiziert haben.

epaselect epa08483101 Viktor Troicki (front) of Serbia plays a backhand against Novak Djokovic of Serbia during their match for the Adria Tour tennis tournament in Belgrade, Serbia, 13 June 2020. The Adria Tour will be held until 05 July in Serbia, Croatia, Montenegro and Bosnia.  EPA/ANDREJ CUKIC

Corona, war da mal etwas? Full house in Belgrad. Bild: keystone

Djokovic hatte sich in der letzten Woche wiederholt gegen eine Durchführung der US Open im September ausgesprochen, weil die Pläne des Veranstalters vorsehen, dass die Spieler nur von einer Person auf die Anlage begleitet werden dürfen. Auch gegen eine mögliche Impfung ergriff der 33-Jährige Partei.

Keine Zeit für Telefonkonferenz

Bei der Adria-Tour würden die Abstandsregeln eingehalten, hiess es. Die Bilder aber sprechen eine andere, eine eindeutige Sprache. Bis auf den letzten Platz ausverkauft und auch gefüllt war das provisorisch errichtete Stadion in der serbischen Hauptstadt Belgrad. Zuvor vergnügte sich Djokovic mit seinen Gästen beim Fussballspielen.

Nun tauchte ein Video auf, in dem der beste Tennisspieler der Gegenwart mit Alexander Zverev und Dominic Thiem oben ohne tanzend die Nacht zum Tag werden lässt. Für Spieler, die seit Monaten kein Einkommen mehr haben, weil der Spielbetrieb ruht, muss das wie ein Schlag ins Gesicht sein. Denn an der Telefonkonferenz, an der über 400 Spieler teilnahmen, fehlte Djokovic.

Entscheid über US Open steht bevor

Als Präsident des Spielerrats der Profi-Vereinigung ATP gibt Djokovic vor, sich für eine gerechtere Verteilung der Preisgelder einzusetzen und sagt, er wolle erreichen, dass mehr Spieler vom Tennis leben können. Doch sein Votum gegen die Durchführung der US Open konterkariert diese Haltung. Für viele wäre das Turnier eine existenzsichernde Verdienstmöglichkeit. «Djokovics demonstrative Unlust könnte darüber entscheiden, ob die US Open stattfinden oder nicht. Weil er derzeit der beste Spieler der Welt ist, geniesst er das Privileg, sich ein ganzes Team leisten zu können», schrieb Danielle Collins in einem E-Mail an die «New York Times».

Am Montag möchten der Veranstalter, der amerikanische Tennisverband USTA, darüber entscheiden, ob die US Open stattfinden können. Vor einer Woche hat er seine Sicherheitsmassnahmen vorgestellt. Diese sehen vor, dass die Spieler während des Turniers alle in einem Hotel in Manhattan unter Quarantäne gestellt werden, jeweils von nur einer Person auf die Anlage im Stadtteil Queens begleitet werden dürfen und ohne Publikum bei gekürzten Preisgeldern und verkleinertem Teilnehmerfeld gespielt wird. Wegen der wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie musste der amerikanische Tennisverband zuletzt 130 Angestellte entlassen.

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