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Ukraine
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370 Häftlinge

Ostukraine: Rebellen und Kiew tauschen Gefangene aus



epaselect epa04540720 Ukrainian prisoners of war stand in line before their transportation to a place of exchange of pro-Russian rebels in Donetsk, Ukraine, 26 December 2014. The group, which includes Ukraine, Russia and the Organization for Security and Co-operation in Europe (OSCE), held a first round of talks with the pro-Russian separatists in the Belarusian capital on 24 December, during which they agreed on a prisoner swap. The exchange took place later on 26 December outside the rebel stronghold of Donetsk, when government forces released 225 separatist fighters and the separatists released 150 Ukrainian soldiers, Interfax reported.  EPA/ALEXANDER ERMOCHENKO

Ukrainische Soldaten vor dem Austausch. Bild: ALEXANDER ERMOCHENKO/EPA/KEYSTONE

Die prorussischen Kämpfer in der Ostukraine und Vertreter der Regierung in Kiew haben am Freitag mit einem Gefangenenaustausch begonnen. Auf einer verlassenen, dunklen Strasse nördlich der Rebellenhochburg Donezk begannen die Konfliktparteien mit der Freilassung.

Auf den Austausch von insgesamt knapp 370 Häftlingen, darunter 146 ukrainische Soldaten, hatten sich beide Seiten bei den jüngsten Friedensgesprächen geeinigt – es war aber das einzige Ergebnis der Verhandlungen. Nur mit Autoscheinwerfern wurde die Strasse beleuchtet, auf der der Austausch im Beisein von Vertretern der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) stattfand.

Ein Reporter der Nachrichtenagentur AFP berichtete, dass zunächst Zehnergruppen von prorussischen Kämpfern und ukrainischen Soldaten ausgetauscht wurden. Allesamt trugen Zivilkleidung und hielten grosse Taschen mit ihren Habseligkeiten in den Händen. Später dann wurden die Häftlinge in längeren Reihen gegenüber einander aufgestellt.

«Ich bin glücklich, dass ich nach Hause zurückkehren und meine Eltern und meine Frau sehen kann», sagte der 28-jährige Soldat Artjom Sjurik. «Sie wissen noch gar nicht, dass ich frei bin.»

«Etwas Gutes essen»

Einer der Rebellen, Denis Balbukow, wartete in einem Lastwagen auf seine Rückkehr nach Donezk. Er wolle zuhause einfach nur etwas Gutes essen und mit seinen Verwandten plaudern, sagte der 21-Jährige. Er zeigte sich aber entschlossen, «in den Kampf zurückzugehen».

Ukrainians prepare for an exchange of prisoners in front of a city prison in Donetsk in eastern Ukraine, Friday Dec. 26, 2014. Ukrainian authorities and pro-Russia rebels exchanged nearly 370 prisoners Friday, the biggest one-time prisoners swap since the pro-Russian insurgency flared up in eastern Ukraine in April and a major step toward easing hostilities in eastern Ukraine. (AP Photo/Alexander Ermochenko)

Die Gefangenen wurden einander gegenübergestellt und in Zehnergruppen ausgetauscht. Bild: Alexander Ermochenko/AP/KEYSTONE

Der Austausch fand nahe der Ortschaft Kostjantyniwka statt und wurde von bewaffneten Truppen überwacht. Am Samstag sollte er beendet werden. Die Freilassungen waren bei den Friedensgesprächen in Minsk vereinbart worden.

Nach viermonatiger Pause hatten sich Vertreter der ukrainischen Regierung und der prorussischen Separatisten am Mittwoch erstmals wieder im Beisein der OSZE und einer russischen Delegation zu direkten Gesprächen in der weissrussischen Hauptstadt getroffen.

Der Austausch blieb aber das einzige Ergebnis der Gespräche: Die schon im September beschlossene Einrichtung einer 30 Kilometer breiten Pufferzone rückte kein Stück näher. Offen blieb auch, ob und wann Kiew die im November gekappten Sozialleistungen für die Bewohner der Rebellengebiete wieder überweisen würde. Die für Freitag geplante Fortsetzung der Gespräche wurde abgesagt. (sda/afp)

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