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Wurde vermutlich tätlich angegriffen, weil er Hinweise auf eine Beteiligung russischer Soldaten im Ukraine-Konflikt veröffentlichte: Der Zeitungsverleger Lew Schlosberg.

Ukraine

Russischer Verleger nach Bericht zu Soldaten-Begräbnis verprügelt

Russland dementiert, dass seine Soldaten in der Ukraine im Einsatz sind. Doch Begräbnisse von Soldaten, die möglicherweise dort gefallen sind, werfen Fragen auf. Diese zu stellen, kann aber schmerzhafte Folgen haben.



Ein russischer Lokalpolitiker und Zeitungsverleger wurde nach einem Bericht über ein mysteriöses Begräbnis von zwei Soldaten spitalreif geprügelt. Er gehe davon aus, dass er angegriffen worden sei, weil er Hinweise für eine Beteiligung Russlands im Ukraine-Konflikt geliefert habe, sagt Lew Schlosberg in einem Telefon-Interview der Nachrichtenagentur Reuters.

Vergangene Woche erschien in seiner Zeitung ein Bericht über die Beisetzung von zwei Fallschirmjägern aus Pskow im Nordwesten Russlands. Der Text führt eine Reihe von Hinweisen auf, denen zufolge die beiden Soldaten im Osten der Ukraine getötet wurden.

Das aber würde der Darstellung der Regierung in Moskau widersprechen, die Vorwürfe der Ukraine und des Westens zurückweist, direkt vor Ort die prorussischen Separatisten mit Soldaten zu unterstützen.

Professionelle Schläger

Schlosberg, der die liberale Oppositionspartei Jabloko in der Regionalversammlung von Pskow vertritt, sagte, er sei am Freitagabend unweit seines Hauses von hinten angegriffen worden. Er habe die Täter nicht gesehen.

Bereits nach dem ersten Schlag habe er offenbar das Bewusstsein verloren, dann sei er am Boden liegend noch weiter verprügelt worden. Die Angreifer seien «sehr gute Profis» gewesen. Zu seinen Verletzungen wollte er nichts sagen. Die Ärzte hätten ihm gesagt, es werde zehn Tage dauern, bis er sich erholt habe.

Als ein Reuters-Reporter am Mittwoch auf den Friedhof wollte, auf dem die Soldaten liegen sollen, wurde er von zwei jungen Männern mit geschorenen Köpfen am Betreten gehindert und bedroht.

Ein Kreml-Sprecher sagte, die zuständigen Behörden wollten die Berichte über die Beerdigung der Soldaten prüfen. Der lokale Gouverneur und die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) forderten eine Untersuchung des Falls. (sda/reu)

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