Wirtschaft
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Erdölpreis bricht um 30 Prozent ein – Preiskrieg im Gang



epa08046264 A undated handout photo made available by Saudi Arabian oil company Saudi Aramco on 05 December 2019, showing Saudi Aramco's  Tanajib facility, Saudi Arabia. Tanajib is an oil complex located on the coast of the Arabian Gulf, some 200 km north of Dammam. Saudi Aramco that is due to go public at the Tadawul stock exchange in Riyadh, Saudi Arabia, in mid-December, is expected to announce the final price for its initial public offering on 05 December 2019. The IPO could become world's biggest initial public offering ever if it exceeds the 2014 IPO of Alibaba that raised 25 billion USD.  EPA/SAUDI ARAMCO HANDOUT  HANDOUT EDITORIAL USE ONLY/NO SALES

Die saudische Tanajib-Einrichtung im Persischen Golf. Bild: EPA

Nach dem Beginn des Preiskrieges zwischen Saudi-Arabien und Russland ist der Erdöl-Preis am Montag um etwa 30 Prozent gefallen. Der Absturz der Sorte Brent um 31,5 Prozent auf 31,02 Dollar je Barrel war der grösste Rückgang seit Januar 1991 zu Beginn des ersten Golfkrieges.

Dies galt auch für US-Leichtöl, das sich zunächst um rund 27,5 Prozent auf 30 Dollar je Fass verbilligte. Experten sagten einen Wochen oder Monate dauernden Konflikt voraus. «Saudi-Arabien und Russland sind in einen Öl-Preiskrieg eingetreten, der begrenzt und taktisch sein dürfte», schrieb die Eurasia Group in einer Analyse.

Gescheiterte Gespräche zwischen Opec und Russland

Am Freitag waren die Gespräche zwischen der Opec und Russland über eine gemeinsame Förderbremse gescheitert. Der saudiarabische Erdölkonzern Saudi Aramco kündigte darauf hin an, den offiziellen Verkaufspreis für alle Erdöl-Sorten und alle Abnehmer zu senken. So sollten sich Lieferungen nach Nordwest-Europa um acht Dollar je Barrel verbilligen.

Prince Abdulaziz bin Salman Al-Saud, Minister of Energy of Saudi Arabia, arrives for a meeting of the Organization of the Petroleum Exporting Countries, OPEC, and non OPEC members at their headquarters in Vienna, Austria, Friday, March 6, 2020. (AP Photo/Ronald Zak)

Prinz Abdulaziz bin Salman Al-Saud, der saudische Energieminister, bei der Ankunft beim OPEC-Hauptquartier in Wien. Bild: AP

Das Königreich – der weltgrösste Öl-Exporteur – will zudem seine Förderung hochfahren, wie die Nachrichtenagentur Reuters am Sonntag von zwei Insidern erfuhr. Der Ölpreis steht bereits wegen der Sorge vor einem Abschwung der Weltwirtschaft im Zuge der Coronavirus-Epidemie unter Druck.

Aktienkurseinbrüche in Japan

Die wirtschaftlichen Folgen der Coronavirus-Epidemie und der Einbruch des Erdöl-Preises haben der Börse in Japan zum Wochenauftakt schwer zugesetzt. Die beiden wichtigsten Indizes lagen am Montag im Verlauf mehr als sechs Prozent im Minus.

«Die Grössenordnung des Zusammenbruchs zeigt, dass jede Hoffnung auf eine vorübergehende Atempause vergebens war», sagte der Währungsstratege Sean Callow von Westpac am Montag. Zudem setzten schlechter als bisher angenommene Wirtschaftszahlen Japans den Aktienmärkten zu.

Der 225 Werte umfassende Nikkei-Index lag im Verlauf 6,2 Prozent tiefer bei 19'473 Punkten. Der breiter gefasste Topix-Index sank um 6,1 Prozent und lag bei 1382 Punkten. Die Börse in Shanghai lag 2,2 Prozent im Minus. Der Index der wichtigsten Unternehmen in Shanghai und Shenzen verlor rund 2,5 Prozent. Der MSCI-Index für asiatische Aktien ausserhalb Japans fiel um 2,5 Prozent.

Gold gefragt

Investoren suchten Zuflucht in Gold, dessen Preis über die Marke von 1700 Dollar je Feinunze stieg. Auch US-Staatsanleihen waren gefragt. Die Rendite der zehnjährigen Papiere fiel auf ein Rekordtief von 0,5 Prozent; die Rendite der 30-jährigen Staatsanleihen rutschte unter die Marke von einem Prozent.

Im asiatischen Devisenhandel verlor der Dollar 2,7 Prozent auf 102,47 Yen und stagnierte bei 6,9286 Yuan. Zur Schweizer Währung notierte er 0,9 Prozent niedriger bei 0,9289 Franken. Parallel dazu stieg der Euro um ein Prozent auf 1,1397 Dollar und zog um 0,1 Prozent auf 1,0592 Franken an. Das Pfund Sterling gewann 0,2 Prozent auf 1,3067 Dollar. (jaw/sda/reu/dpa)

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26Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Dani S 09.03.2020 10:39
    Highlight Highlight Das primär Gute an dem Preiseinbruch ist, dass sich damit das Fracking in USA nicht mehr lohnt. Zuerst Preis hochtreiben, damit sich das Fracking lohnt, dann Abkassieren...
    Warum sollten die Saudis und die Russen sich zurückhalten, derweil die USA hemmungslos Öl produzieren und exportieren? Auch den Iran hat Trump als Ölexporteur mit den Embargos praktisch lahmgelegt. Wem nutzt das am meisten? Den übrigen Ölexporteuren, wovon USA mittlerweile der Grösste ist! America first, wie immer...
  • rodolofo 09.03.2020 09:38
    Highlight Highlight Jetzt wird's spannend!
    Die russische Kriegsmaschinerie gerät ins Stocken, weil mit dem schwieriger schmierigen Ölgeschäft der Rubel nicht mehr so rund rollt, wie bisher.
    Für einmal können wir dem Saudischen "König Blaubart" dankbar sein, dass er in Putin's Ölkartell nicht mitmacht.
    • Stinkstiefel 09.03.2020 12:33
      Highlight Highlight Ein wichtiges Detail, das leider nicht im Artikel steht. Es war Russland, das den Deal mit voller Absicht hat platzen lassen, nicht die Saudis.

      Und zwar weil es die Saudis und die Amis härter trifft. Die Saudis produzieren zwar am billigsten, aber für einen ausgeglichenen Staatshaushalt sind sie doch auf einen Ölpreis von 80-85$ angewiesen. In Russland liegt die Zahl irgendwo zwischen 40-50$. Noch viel mehr aber trifft es die amerikanische Fracking-Industrie. Wenn der Preis wirklich so in die Tiefe fällt und da ein paar Monate bleibt, dann werden dort einige Unternehmen dicht machen müssen.
    • Payaso 09.03.2020 12:43
      Highlight Highlight Ich glaube, dass es hier eher umgekehrt ist und Putin nicht im Kartell (OPEC) der anderen mitmachen will.
      Dies führt nun zu einem fadegrade Konter der Saudis & Co., die einfach den Spiess umdrehen.
    • rodolofo 09.03.2020 14:35
      Highlight Highlight Im Artikel steht aber, dass Putin-Russland die Öl-Produktion drosseln wolle.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Stachri 09.03.2020 09:32
    Highlight Highlight Ich wollte auf den Renault Zoe (Elektrofahrzeug) umsteigen, habe aber gemerkt, dass die Akkumiete / Akkukauf Mehrwertsteuerbereinigt bei uns 30% (!) höher ist als in Deutschland. Nun fahre ich halt notgedrungen noch länger ein Benziner...
    • buffettino 09.03.2020 13:11
      Highlight Highlight Da wird eine Monopolrente abgeschöpft oder zumindest versucht Kaufkraft abzuschöpfen. Da bedarf es einer nüchteren Betrachtung, die Sie offensichtlich zu leisten in der Lage sind. Gratulation.
  • K.Rufer 09.03.2020 09:24
    Highlight Highlight Der Wirtschaftsmotor kommt ins stottern, die Börsenkurse sind tiefrot. Eine Rezession ist wahrscheinlich. Fragt sich ob wir in eine weltweite Wirtschaftskriese rutschen? Wenn sich die Lage mit dem Coronavirus noch weiter zuspitzt sehe ich auch für die Schweizer Wirtschaft dunkle Wolken aufziehen.
  • Martinus72 09.03.2020 08:32
    Highlight Highlight Ich bin ja mal gespannt, ob die Saudis ihr Fördermaximum nicht bereits erreicht haben. Sie sind gemäss Wikipedia einer der wenigen Produzenten, die theoretisch noch mehr fördern könnten. Aber, ob das wirklich so ist, wird sich dann ja zeigen.
  • Brättlihäbel 09.03.2020 07:05
    Highlight Highlight Swissoil SVP Röschti wird sicher alles daran setzen, dass die Preisverminderung möglichst schnell beim Volch ankommt...
    • KingK 09.03.2020 17:41
      Highlight Highlight Ja, natürlich - die Marge ist klein, die Kundschaft oft sehr preissensitiv. Geld macht man nur mittles Differenzierung (Billig-Sprit vs. V-Power zB) oder mit den angegliederten Shops.
      Pro Liter Most bleiben keine drei Rappen beim Zapfsäulenbetreiber hängen. Und passt Du die Preise nicht an, dann bleibt die Tanke schnell unbesucht.
  • Pet R. Pan 09.03.2020 05:55
    Highlight Highlight Mal schauen, wie lange es dauert, bis wir das an der Zapfsäule merken. 🤔
    • DerHans 09.03.2020 06:08
      Highlight Highlight Bis an Ostern ist wieder Friede, Freude, Eierkuchen und die Preise wie gewohnt höher.
    • Oigen 09.03.2020 06:21
      Highlight Highlight Vielleicht sollten wir uns einfach mal überlegen, ob wir weiterhin von Despoten abhängig sein wollen.
    • humpalumpa 09.03.2020 06:39
      Highlight Highlight Also gestern für 1.40 bf95 getankt. Ob das schon damit zu tun hat?
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