Wirtschaft
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Hoteliers halten Angestellte hin

Der griechische Kofferträger nimmt Ihr Trinkgeld mit Handkuss: Es könnte sein, dass er mal wieder auf seinen Lohn warten muss



Der griechische Tourismus boomt wie nie zuvor. Erstmals überhaupt soll 2014 die Rekordmarke von 20 Millionen Besuchern das Land von Tavernen und Raki besuchen. Regierungschef Samaras erwartet, dass der Tourismus als Zugpferd das Land aus der Krise zieht. Allgemeines Frohlocken also, wäre da nicht ein schwelender Lohnkonflikt, der seine langen Schatten wirft.

Tourists standing in front of the ancient Parthenon temple take pictures of members of the Presidential Guard, not seen, on the Acropolis Hill during a ceremony to replace the Greek flag flying from the eastern tip of the citadel, after it was torn down by strong winds in Athens, Thursday, Aug. 8, 2013. Greece is expecting a boost to its key tourism industry this year. More than a million visitors arrived in the January-March period, a 4.6 percent increase from 2012, according to the Bank of Greece. (AP Photo/Thanassis Stavrakis)

Viel Sonne, aber auch Schatten: Die Zahlungsmoral vieler griechischer Hoteliers ist miserabel. Bild: AP

Die Gewerkschaft der Tourismusangestellten der Insel Rhodos protestierte jüngst: Viele Hoteliers seien im Rückstand bei der Zahlung der Gehälter – zwischen einem und drei Monate. Dies betreffe rund 12'000 von insgesamt 17'000 Gewerkschaftsmitgliedern auf Rhodos. Die Hoteliers bestreiten dies. Es gebe nur einige wenige Fälle, heisst es.

Hotelbesitzer zahlen erst Ende Saison

«Viele Hotelbesitzer sagen, sie werden uns am Ende der Saison im November alles zahlen. Zum Glück gibt es das Trinkgeld der Gäste», sagt ein Empfangsangestellter eines Hotels in der Hafenstadt Patras.

Auf der Insel Ägina bot ein Unternehmer seinen Zimmermädchen an, im Hotel zu essen und nur noch vom Trinkgeld zu leben. Der Hotelierverband der Insel betont, es handele sich um eine Ausnahme. Auch die Spannungen zwischen der EU und Russland belasten das Tourismusklima in Griechenland. Es gibt bereits Annullierungen, nachdem russische Reiseagenturen pleite gingen.

Die Zahlen sind gut – auch dank Querelen in Ägypten

Trotz der Probleme sind die Griechen dieses Jahr – was den Tourismus betrifft – zufrieden. Der Sektor läuft gut und gibt Zehntausenden Menschen Arbeit. «Für uns ist und bleibt der Tourismus der Motor für die griechische Wirtschaft», sagen Hoteliers.

Fast jeder dritte Grieche ist direkt oder indirekt mit dem Tourismus verbunden. Sie profitieren auch davon, dass traditionelle Konkurrenten wie Ägypten deutliche Rückgänge bei den Gästezahlen zu verzeichnen haben. Rund 15 Millionen Touristen schwenkten dieses Jahr um auf sicherere Urlaubsziele im Süden Europas, schätzen die griechischen Tourismusbehörden. (tom/sda)

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