Wirtschaft
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Chinas Exporte mit stärkstem Wachstum seit anderthalb Jahren



Containers are placed at a port in Qingdao in eastern China's Shandong province on Tuesday, Sept. 1, 2020. China's export growth accelerated in August while imports edged lower as the world's second-largest economy extended its recovery from the coronavirus pandemic. (Chinatopix via AP)

Bild: keystone

Nach dem drastischen Einbruch im Zuge der Corona-Pandemie sind die chinesischen Exporte im August so stark gestiegen wie seit knapp anderthalb Jahren nicht mehr. Sie wuchsen um 9.5 Prozent zum Vorjahresmonat, wie aus den am Montag veröffentlichten amtlichen Daten hervorgeht.

Das war nicht nur der dritte Zuwachs in Folge, sondern zugleich der kräftigste seit März 2019. Er fiel zudem höher aus als erwartet: Von Reuters befragte Ökonomen hatten nur mit einem Plus von 7.1 Prozent gerechnet. Rekordlieferungen medizinischer Hilfsgüter und eine robuste Nachfrage nach elektronischen Produkten kurbelten die Geschäfte an.

«Chinas Exporteure wachsen deutlich schneller als der Welthandel, wodurch sie globale Marktanteile gewinnen», sagte Volkswirt Louis Kuijs von Oxford Economics. Das signalisiert eine schnellere und ausgewogenere Erholung der nach den USA zweitgrössten Volkswirtschaft der Welt, die sich vom Corona-bedingten Rekordeinbruch im ersten Quartal bislang vor allem durch die inländischen Konjunkturmassnahmen erholte. Einer Umfrage zufolge verzeichneten die Unternehmen im August zum ersten Mal in diesem Jahr steigende Exportaufträge, da sich die Auslandsnachfrage langsam wieder belebt.

Spannungen mit den USA

Die Importe schrumpften dagegen im August um 2.1 Prozent und damit deutlicher als von Ökonomen erwartet. Dazu könnte die Entscheidung der US-Regierung beigetragen haben, Chip-Lieferungen in die Volksrepublik zu beschränken, sagte Iris Pang, Chefvolkswirtin für den Grossraum China bei der Grossbank ING. «Angesichts eines beschleunigten Kreditwachstums und der auf die Infrastruktur zielenden Konjunkturmassnahmen dürfte das Importvolumen in den kommenden Monaten aber hoch bleiben», sagte Analyst Julian Evans-Pritchard.

Die politischen Spannungen zwischen den beiden weltgrössten Wirtschaftsmächten könnten sich vor der US-Präsidentschaftswahl am 3. November noch verschärfen. Beide Länder hatten ihren Handelskonflikt zu Jahresbeginn mit einer ersten Teileinigung zwar entschärft. China bleibt allerdings weit hinter seinem Versprechen zurück, die Käufe von US-Gütern erheblich auszuweiten. Chinas Handelsbilanzüberschuss mit den Vereinigten Staaten weitete sich im August sogar auf 34.24 Milliarden Dollar aus. (aeg/sda/awp/reuters)

DANKE FÜR DIE ♥

Da du bis hierhin gescrollt hast, gehen wir davon aus, dass dir unser journalistisches Angebot gefällt. Wie du vielleicht weisst, haben wir uns kürzlich entschieden, bei watson keine Login-Pflicht einzuführen. Auch Bezahlschranken wird es bei uns keine geben. Wir möchten möglichst keine Hürden für den Zugang zu watson schaffen, weil wir glauben, es sollten sich in einer Demokratie alle jederzeit und einfach mit Informationen versorgen können. Falls du uns dennoch mit einem kleinen Betrag unterstützen willst, dann tu das doch hier.

Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen?

(Du wirst zu stripe.com (umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)

Oder unterstütze uns mit deinem Wunschbetrag per Banküberweisung.

Nicht mehr anzeigen

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

2 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
Die beliebtesten Kommentare
Super8
07.09.2020 10:23registriert November 2019
Hört endlich auf bei den Chinazis zu kaufen.
2013
Melden
Zum Kommentar
2

Vergiftete Böden und Kinderarbeit – was sich Schweizer Firmen im Ausland alles erlauben

Am 29. November stimmt die Schweiz über die Konzern-Initiative ab. Sie soll Schweizer Unternehmen bei Rechtsverstössen im Ausland stärker haftbar machen. Höchste Zeit also, um sich ein paar Beispiele von bis jetzt ungeahndeten Menschenrechts- und Umweltvergehen anzusehen.

Nach der Abstimmung ist vor der Abstimmung: Bereits am 29. November kann das Schweizer Stimmvolk erneut wählen gehen. Zum Beispiel über die Konzernverantwortungsintiative. Diese fordert, dass globale Konzerne mit Sitz in der Schweiz einem zwingenden Regelwerk unterstellt sind, wenn es um die Beachtung von Menschenrechten und Umweltschutz bei ihren weltweiten Tätigkeiten geht.

Oder einfach gesagt: Schweizer Unternehmen und ihre Tochterfirmen könnten für ihre Tätigkeiten im Ausland rechtlich …

Artikel lesen
Link zum Artikel