DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Tidjane Thiam, CEO of Credit Suisse, speaks at the Bloomberg Global Business Forum, Wednesday, Sept. 25, 2019, in New York. (AP Photo/Mark Lennihan)

Tidjane Thiam ist angezählt, trotz Entlastung durch die Untersuchung. Bild: AP Photo/Mark Lennihan/watson

Kommentar

Beschattungs-Affäre: Thiam soll von nichts gewusst haben – warum er dennoch angezählt ist

Tidjane Thiam, CEO der Credit Suisse, will von der Beschattung seines ehemaligen Spitzenbankers Iqbal Khan nichts gewusst haben. Das bestätigt auch ein Untersuchungsbericht. Doch so einfach ist es für Thiam nicht. Der Kommentar.

Andreas Möckli / ch media



Der Rufschaden für die Grossbank ist enorm. Durch die peinliche Beschattungsaffäre rund um den Ex-CS-Topmanager Iqbal Khan setzte sich die Bank massiver Kritik und zuweilen auch Gespött aus. Präsident Urs Rohner und die übrigen Verwaltungsräte der Grossbank waren unter Druck und mussten rasch handeln.

Das Resultat: Pierre-Olivier Bouée, operativer Chef und die rechte Hand von Konzernchef Tidjane Thiam, muss gehen. Er habe die Überwachung Khans im Alleingang in Auftrag gegeben. Niemand soll etwas davon gewusst haben: Weder Thiam selbst noch die übrige Konzernleitung oder der Verwaltungsrat.

Was heute geschah:

Die in Auftrag gegebene Untersuchung habe keinen einzigen Hinweis hervorgebracht, dass Thiam von der Beschattung etwas wusste. Auch in mehreren Gesprächen habe der Ivorer versichert, nichts gewusst zu haben, versichert Rohner. Dass nun Zweifel an dieser Version aufkommen, ist jedoch verständlich. Bouée war ein langjähriger Weggefährte von Thiam und wechselte jeweils zusammen mit dem Ivorer zum neuen Arbeitgeber, zuletzt vom britischen Versicherer Prudential zur CS.

Unabhängig davon, ob man Thiam glaubt oder nicht, geht dieser beschädigt aus der Affäre. Nur wegen der Beschattungs-Affäre wurde ein hässlicher privater Streit zwischen Thiam und Khan öffentlich. Die «Sonntagszeitung» schrieb von einem «Testosteron-Beben am Zürcher Paradeplatz». Diese Geschichte wird Thiam so schnell nicht los.

Kommt hinzu: Selbst wenn Thiam tatsächlich nichts von der Beschattung wusste, spricht das nicht für ihn. Es ist unverständlich, dass er eine Organisation geschaffen hat, in der er über solch wichtige Entscheide im Dunklen gelassen wird.

Thiam kann sich zwar vorerst halten, die Geschichte lässt ihn jedoch angeschlagen zurück und trübt seine weiteren Karriereaussichten.

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Die CS-Chefs

So war es damals mit dem Ersten Geldautomat der Schweiz

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Liste mit 12'000 Nazis in Argentinien entdeckt – Konten bei der SKA

In Argentinien ist eine Liste mit den Namen von 12'000 Nazis aufgetaucht, die ab den 1930er-Jahren in dem südamerikanischen Land gelebt haben sollen. Ein argentinischer Ermittler sei in einem alten Lagerhaus in Buenos Aires auf die Liste mit Sympathisanten des Hitler-Regimes gestossen.

Eine Grosszahl der Nazi-Sympathisanten zahlte demnach Geld auf eines oder mehrere Konten bei der Schweizerischen Kreditanstalt (SKA) ein, der heutigen Grossbank Credit Suisse mit Sitz in Zürich, wie das …

Artikel lesen
Link zum Artikel