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Vincenz' Rotlicht-Trips abgesegnet: Ex-Raiffeisen-VR-Präsi zieht sich von der HSG zurück



Johannes Rüegg-Stürm, ehemaliger Verwaltungsratspräsident von Raiffeisen Schweiz, zieht sich aus der Lehrtätigkeit an der Universität St. Gallen (HSG) zurück. Er reagiert damit auf Kritik im Zusammenhang mit der Affäre um den früheren Raiffeisen-CEO Pierin Vincenz.

Rüegg-Stürm beendet seine Lehrtätigkeit als Ordinarius in St. Gallen auf Ende des Semesters am 31. Juli, wie die Universität am Dienstag mitteilte. Er habe seinen Rückzug «zur Entlastung der Universität vor weiterer negativer Publizität» in Gesprächen mit der Universitätsleitung angeboten.

Johannes Rueegg-Stuerm, ehemaliger VR-Praesident Raiffeisen an einer Medienkonferenz der Raiffeisen in Zuerich am Freitag 9. Maerz 2018. Der Wirtschaftsprofessor Pascal Gantenbein uebernimmt als Praesident interimistisch per sofort die Leitung des Verwaltungsrats bei der Bank. (KEYSTONE/Walter Bieri)

Johannes Rüegg-Stürm. Bild: KEYSTONE

Die Universität begrüsse dies. Man habe eine entsprechende Vereinbarung getroffen. Rüegg-Stürm bleibt mit einem Pensum von 40 Prozent als Professor an der HSG tätig. Er konzentriert sich in Zukunft auf seine Forschungstätigkeit und Aufgaben in der universitären Selbstverwaltung, wie es im Communiqué hiess.

Rüegg-Stürm war als früherer Raiffeisen-Verwaltungsratspräsident im Zusammenhang mit dem Strafverfahren gegen Ex-CEO Pierin Vincenz wiederholt in die mediale Kritik geraten. Die Aufsicht soll mangelhaft gewesen sein. So soll Rüegg-Stürm etwa die Ausflüge von Vincenz ins Rotlichtmilieu als Spesen abgesegnet haben.

Kritik im Kantonsrat

Rüegg-Stürm habe «sämtliche exorbitanten Spesen von Pierin Vincenz einfach durchgewinkt», kritisierte die St. Galler SP in einem Vorstoss im Kantonsrat. Unter den Spesen seien grosse Beträge für den Besuch von Striplokalen, Privatreisen nach New York und Dubai sowie eine Rechnung für ein zerstörtes Hotelzimmer gewesen.

Die SP fragte, ob Rüegg-Stürm als Dozent angesichts des drohenden Reputationsschadens für die Universität noch tragbar sei. Im Vorstoss wurde auch Bildungsdirektor Stefan Kölliker (SVP) kritisiert. Er habe als Präsident des Universitätsrats zu wenig genaue Abklärungen in der Affäre vorgenommen.

ARCHIV - RINGIER VERKAUFT LE TEMPS --- Pierin Vincenz, Vorsitzender der Geschaeftsleitung, aufgenommen an der Bilanzmedienkonferenz der Raiffeisen Gruppe, am Freitag, 27. Februar 2015, am Hauptsitz in St. Gallen. (KEYSTONE/Gian Ehrenzeller)

Bald vor Gericht: Pierin Vincenz. Bild: keystone

Kölliker sagte dazu der Nachrichtenagentur Keystone-SDA, er habe den Sachverhalt rund um die Spesen von Vincenz auch nur aus den Medien erfahren. Er habe gemeinsam mit HSG-Rektor Bernhard Ehrenzeller das Gespräch mit Rüegg-Stürm gesucht. Dieser habe von sich aus angeboten, seine Lehrtätigkeit in St. Gallen zu beenden.

Schlecht für HSG-Image

Die wiederholte negative Berichterstattung sei schlecht für das Image der HSG, erklärte Kölliker. Das bevorstehende Strafverfahren gegen den ehemaligen Raiffeisen-CEO, das Jahre dauern könne, hätte der Universität St. Gallen noch über längere Zeit weitere negative Publizität bringen können.

Rüegg-Stürm war im März 2018 wegen der Affäre Vincenz als Verwaltungsratspräsident von Raiffeisen Schweiz zurückgetreten. Von seiner Lehr- und Forschungstätigkeit an der Universität St. Gallen (HSG) nahm er eine Auszeit. Er kehrte Anfang 2019 zurück. Ende 2019 verlängerte der Universitätsrat seine Professur bis 2026. (sda)

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