DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

«PIN nutzlos»: ETH-Forscher entdecken Sicherheitslücke bei Kreditkarten



Zur

ETH findet ein Schlupfloch bei Kreditkarten. Bild: sda

Eine Schwachstelle im Protokoll des Kreditkartenunternehmens Visa erlaubt Betrügern, Beträge von Karten abzubuchen, die eigentlich mit einem PIN-​Code bestätigt werden müssten. Das teilte die ETH Zürich am Dienstag mit.

«Der PIN-​Code ist bei diesen Karten im Grunde genommen nutzlos», sagte der Informatiker Jorge Toro-​Pozo gemäss der Mitteilung. Da andere Unternehmen wie Mastercard, American Express oder JCB ein anderes Protokoll verwenden als Visa, sind diese Karten von der identifizierten Schwachstelle nicht betroffen. Möglicherweise besteht die Lücke aber auch bei Karten von Discover und UnionPay.

Die Basis für das bargeldlose Bezahlen ist der EMV-​Standard, der bei weltweit über neun Milliarden Karten zur Anwendung kommt. Diesen haben die Wissenschaftler unter die Lupe genommen und sind im Protokoll, das vom Kreditkartenunternehmen Visa eingesetzt wird, auf die Sicherheitslücke gestossen. Die Resultate der Arbeit wurden auf den Preprint-Server «arXiv» hochgeladen und noch nicht von anderen Wissenschaftlern begutachtet.

App überlistet Sicherheitssystem

Die ETH-Forschenden machten mit ihren eigenen Kreditkarten die Probe aufs Exempel: Der vermeintliche Betrug gelang ihnen in verschiedenen Geschäften. Dafür programmierten sie eine Android-App, die das Sicherheitssystem der Karte überlistet. Die App ermöglicht es Handys, vom Chip auf der Kreditkarte zu lesen und mit Bezahlterminals Informationen auszutauschen.

Um Geld von der Kreditkarte abzubuchen, lasen die Forschenden zunächst mit einem ersten Handy Daten von der Karte ein und übermittelten diese an ein zweites Handy. Mit diesem buchten sie dann den gewünschten Betrag an der Kasse ab. Das Android-Betriebssystem wies übrigens keine speziellen Sicherheitshürden auf, um die neu entwickelte App zu installieren.

Die Forschenden haben Visa bereits über die Sicherheitslücke informiert. Diese zu schliessen wäre laut ihnen nur mit geringem Aufwand verbunden: Drei Ergänzungen im Protokoll würden beim nächsten Softwareupdate auf den Bezahlterminals genügen. Die Karten müssten dafür nicht ersetzt werden, sagte Toro. (aeg/sda)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

So manipulieren Karten unser Kaufverhalten

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Analyse

Threema ist das neue WhatsApp – und schlägt die Konkurrenz um Längen

Wer hätte gedacht, dass die weltbeste Messenger-App nicht aus dem Silicon Valley kommen würde, sondern vom Zürichsee. Eine persönliche Analyse.

Seit acht Jahren befasse ich mich mit dem sicheren Schweizer Messenger Threema. Den ersten Artikel dazu publizierte ich im Dezember 2012. Titel: «Die Schweizer Antwort auf WhatsApp». Die damalige erste App gab's nur fürs iPhone, und sie war zum Start gratis. Im Interview versprach der Entwickler, Manuel Kasper, die baldige Veröffentlichung einer von vielen Usern geforderten Android-Version. Und:

Er hielt Wort. Im Gegensatz zu WhatsApp.

Einige dürften sich erinnern, dass es ein gleiches …

Artikel lesen
Link zum Artikel