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ZUR EINFUEHRUNG DER ZWEI-PERSONEN-REGEL IM COCKPIT BEI DER SWISS NACH DEM ABSTURZ EINES GERMANWING AIRBUS STELLEN WIR IHNEN FOLGENDES THEMENBILD ZUR VERFUEGUNG - Pilot und Kopilot fliegen das Flugzeug, aufgenommen am 1. Mai 2013 in einem Flugzeug der Swiss. Die Schweizer Fluggesellschaft Swiss fliegt von Zuerich nach Chicago und zurueck. (KEYSTONE/Christian Beutler)

Swiss-Piloten müssen auf neuen GAV warten. Bild: KEYSTONE

«Trauriger Tiefpunkt»: Swiss kündigt Gesamtarbeitsvertrag mit Piloten



Die Fluggesellschaft Swiss kündigt den Gesamtarbeitsvertrag (GAV) mit ihren Piloten. Sie brach zudem die monatelangen Verhandlungen zur Bewältigung der Coronavirus-Krise am Freitag ab, wie der Pilotenverband Aeropers und die Swiss am Samstag mitteilten.

Die Kündigung des GAV erfolgt zum frühestmöglichen Zeitpunkt. Somit läuft der GAV 2018 noch 13 Monate lang weiter. Die Piloten zeigten Verständnis für die schwierige Lage des Luftverkehrssektors. Gerade deswegen seien aber gemeinsame Lösungen gefragt.

Gewerkschaft empört: «trauriger Tiefpunkt»

Der Abbruch der Verhandlungen und die Vertragskündigung seien für den Aeropers-Vorstand ein «trauriger Tiefpunkt der Sozialpartnerschaft und bedenkliches Zeichen der Firma gegenüber den Piloten».

Unter dem geltenden GAV habe die Swiss die grössten Gewinne ihrer Firmengeschichte erwirtschaftet, schreibt die Pilotengewerkschaft weiter. In den Verhandlungen über die Bewältigung der Corona-Krise habe sich Aeropers zu sofortigen Massnahmen zugunsten der Airline bereit erklärt.

So begründet die Swiss die Kündigung

Die Swiss zeigt sich befremdet über das Vorgehen. Nach mehreren Monaten intensiver Verhandlungen stelle die Swiss mit Bedauern fest, dass Aeropers nicht bereit sei, in dieser Krise angemessene Beiträge zuzusichern. «Ohne substantielle Beiträge und erweiterte Handlungsmöglichkeiten während der Corona-Krise ist es aus unserer Sicht unternehmerisch nicht zu verantworten, den aktuellen Gesamtarbeitsvertrag beizubehalten», erklärt Thomas Frick, Chief Operating Officer von SWISS.

Die Swiss begründete ihren Schritt damit, dass der Pilotenverband keine ausreichenden Zugeständnisse gemacht habe. Sie bekenne sich aber zur Sozialpartnerschaft und biete Hand zu Verhandlungen über einen neuen GAV. Wie die ganze Branche sei die Swiss von der Coronavirus-Pandemie stark betroffen. Der operative Verlust belief sich den Angaben zufolge in den ersten neun Monaten 2020 auf über 400 Millionen Franken. In der selben Periode verringerte sich das Passagieraufkommen um 70 Prozent. Auch den Hilfskredit will das Unternehmen so bald wie möglich zurückzahlen.

Das mache Einschnitte in allen Abteilungen nötig, heisst es im Communiqué. Dazu seien mit dem Kabinen- und dem Bodenpersonal mehrjährige Krisenvereinbarungen abgeschlossen worden. Mit Aeropers hatte die Airline im August 2020 Verhandlungen aufgenommen. Aufgrund der reduzierten Anzahl von Flügen besteht in den kommenden Jahren ein grosser Überbestand an Piloten. Ziel bei den Verhandlungen sei ein krisentauglicher und zukunftsfähiger GAV gewesen, da der seit 2018 laufende Vertrag nach Swiss-Angaben nicht zur Krisenbewältigung und zum Wiederaufbau geeignet war. Aeropers habe aber nur über temporäre Krisenmassnahmen verhandeln wollen. Das sei aus unternehmerischer Sicht nicht zu verantworten.

Im Mai 2020 sei eine Vereinbarung über Kurzarbeit von einer überwältigenden Mehrheit der Aeropers-Mitglieder trotz grossen Opfern angenommen worden. In den im September gestarteten Verhandlungen über ein neues temporäres Massnahmenpaket habe der Verband Abstriche von bis zu 20 Lohnprozenten vorgeschlagen. Insgesamt wären dadurch Einsparungen von 130 Millionen Franken beim Cockpit-Personal ermöglicht worden. (sda)

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quelle: epa/dpa / arne dedert
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Ah, deshalb dauert das Boarding immer so lang!

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