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Heute schleicht sich der Merkur vor der Sonne durch



Astronomiefans dürfen sich auf ein seltenes Himmelsschauspiel freuen: Wer am Montag durch ein Teleskop mit Spezialausrüstung zur Sonne blickt, wird einen winzigen schwarzen Punkt über die Sonnenscheibe wandern sehen: Der sonnennächste Planet Merkur befindet sich dann exakt zwischen Erde und Sonne.

In this composite image provided by NASA, the planet Mercury passes directly between the sun and Earth on May 9, 2016 in a transit which lasted seven-and-a-half-hours. On Monday, Nov. 11, 2019, Mercury will make another transit, visible from the eastern U.S. and Canada, and all Central and South America. The rest of North America, Europe and Africa will catch part of the action. Asia and Australia will miss out. (NASA's Goddard Space Flight Center/SDO/Genna Duberstein via AP)

Ein Merkurtransit im Zeitraffer (Aufnahme vom 9. Mai 2016). Bild: AP

Damit zieht der kleinste und flinkste Planet des Sonnensystems aus Sicht des irdischen Beobachters genau vor dem grossen Sonnenball vorbei. Dieses Himmelsphänomen, von Astronomen Merkurdurchgang oder Merkurtransit genannt, war zuletzt im Mai 2016 zu sehen. Nach dem nun bevorstehenden Transit wird Merkur aber erst wieder im Jahr 2032 über die riesige Sonnenscheibe wandern.

Bei der Beobachtung dieser Minisonnenfinsternis ist grösste Vorsicht geboten: Um das kleine Merkurscheibchen vor der gleissend hellen Sonnenscheibe zu sehen, ist ein besonders ausgerüstetes Teleskop vonnöten. Eine Sonnenfinsternisbrille reicht nicht aus, weil der schwarze Merkurpunkt zu winzig ist.

Der Merkurtransit erklärt:

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Video: YouTube/Astrum

Niemals ohne Spezialfilter

Auf keinen Fall sollten Astronomiefans auf den Gedanken verfallen, etwa durch ein Fernglas ohne Spezialfilter auf die Sonne zu blicken – eine sofortige Erblindung könnte die Folge sein. Astronomen raten daher, das Ereignis unter Anleitung von Experten zu verfolgen.

Gelegenheit dazu sollte es an zahlreichen Sternwarten in der Schweiz geben: Viele zeigen das Ereignis mit fachkundiger Begleitung, wie die Schweizerische Astronomische Gesellschaft im Vorfeld mitteilte.

Hier kannst du den Merkurtransit mitverfolgen

Sternwarte Bülach
Sternwarte ACADEMIA Samedan
Sternwarte Rümlang
Sternwarte Schafmatt
Sternwarte Urania Zürich
Sternwarte Schwanden
Sternwarte Hubelmatt Luzern
St.Gallen, im Garten des Naturmuseums

Und vielleicht auch in deiner lokalen Sternwarte.​

Freien Blick auf die Sonne vorausgesetzt, wird demnach in unseren Breiten die erste Hälfte des Merkurdurchgangs vom frühen Nachmittag bis zum Sonnenuntergang zu sehen sein. Mit kleinen Abweichungen je nach Beobachtungsstandort beginnt er um 13.35 Uhr mitteleuropäischer Zeit, wenn Merkur quasi an den linken Rand der Sonne stösst.

Kaum zwei Minuten später wird Merkur den Sonnenrand passiert haben und dann als kleiner schwarzer Kreis vor der hellen Sonnenscheibe stehen. In der Folgezeit zieht der Planet fast exakt über die Mitte der Sonne. Doch obwohl Merkur der schnellste Planet am Himmel ist, dauert seine Reise vom Sonnenrand bis zur Sonnenmitte fast drei Stunden: Erst um 16.20 Uhr hat Merkur die Sonne zur Hälfte überquert.

Um diese Uhrzeit neigt sich allerdings die Sonne am Himmel über der Schweiz bereits ihrem Untergang entgegen. Gegen 16:37 sinkt sie unter den Horizont.

Je nach Standort dürfte das Schauspiel in der Schweiz schwierig zu beobachten sein. Gemäss Prognosen von MeteoSchweiz liegt am Montagvormittag über dem Flachland Nebel oder Hochnebel. Darüber und in den übrigen Gebieten ist es dagegen sonnig. Im Laufe des Nachmittags ist es von Süden her zunehmend bewölkt.

Seltenes Spektakel

Von der Erde aus gesehen können nur Planeten vor der Sonne vorbeiziehen, die innerhalb der Erdumlaufbahn die Sonne umkreisen. Und dies sind nur zwei – der innerste Planet Merkur und die Venus, die wir als strahlend hellen Morgen- oder Abendstern kennen.

Dabei sind Venusdurchgänge noch erheblich seltener als Merkurtransite. Der letzte Durchgang der Venus vor der Sonne war zwar vor gerade einmal rund siebeneinhalb Jahren zu sehen – den nächsten wird es allerdings erst wieder im Jahr 2117 geben. Merkurdurchgänge dagegen kommen 13 bis 14 Mal pro Jahrhundert vor.

Der von Kratern übersäte Merkur ist bislang deutlich weniger erforscht als beispielsweise der Mars. Das könnte sich ändern, wenn die 2018 gestartete europäisch-japanische Forschungsmission BepiColombo den sonnennächsten Planeten 2025 erreicht.

Eines der Instrumente mit an Bord ist ein Laser-Höhenmesser namens Bela (BepiColombo Laser Altimeter), das ein 3D-Abbild der Merkur-Oberfläche erstellen soll. Konzipiert und gebaut wurde das Instrument unter Leitung von Nicolas Thomas von der Universität Bern. (sda/afp)

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