Wissen
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Internet Totenkopf Symbolbild

Bild: Shutterstock

Ist das Internet noch zu retten?

Marko Kovic



Als das World Wide Web Anfang der 1990er Jahre das Licht des Tages erblickte, schien ein fast utopisches Zeitalter anzubrechen. Egal, ob arm oder reich, in der Stadt oder auf dem Land, in Europa oder Afrika oder Südamerika: Plötzlich gab es eine Technologie, mit der alles Wissen der Menschheit für alle abrufbar gemacht werden konnte. Dieses fantastische Potenzial des Internets bedeutete eine technologische Revolution, welche die kühnsten Science-Fiction-Träume übertraf.

In der euphorischen Anfangszeit des World Wide Web keimte auch die Hoffnung auf, das Internet werde eine neue Welle der Demokratie einläuten. Das Internet versprach nämlich, das, was Demokratie in der Theorie so grossartig macht, endlich Realität werden zu lassen: Jede Person, die mag, hat die Möglichkeit, sich politisch zu informieren und sich am politischen Diskurs zu beteiligen.

Dank dieser neuen «digitalen Agora», so die frühen Hoffnungen, würde Demokratie gefestigt und gestärkt. Mehr noch: Internet-Enthusiasten hatten gehofft und spekuliert, Demokratie werde dank des Internets sehr bald auch in nicht-demokratischen Ländern «ausbrechen» – weil ein freier Fluss von Informationen und Meinungen ganz natürlich zu einer demokratischen Ordnung führe.

Im Nachhinein ist der Internet-Optimismus der frühen 1990er Jahre fast schon lächerlich. Nicht nur wissen wir heute, dass das Internet in autoritären Ländern nicht automatisch zu Demokratie führt (die digitale Totalüberwachung in China lässt grüssen). Auch im Westen erodiert das Internet demokratische Grundwerte. Was läuft schief? Und wie kann das Internet zu einer für Demokratie positiveren Kraft gewandelt werden?

Marko Kovic

Bild: zVg

Marko Kovic denkt und schreibt zu gesellschaftlichem Wandel und Technologie-bezogenen Risiken. Zu hören ist er im Podcast Denkatelier.

Problem 1: Desinformation

Das Revolutionäre am Internet ist die Einfachheit, mit der wir heute Informationen suchen, austauschen und auf sie zugreifen können. Wir sind heute wahrhaftig (so abgedroschen der Ausdruck auch sein mag) eine «Informationsgesellschaft» – so gut wie alles, was die Menschheit jemals über die Welt zusammengetragen hat, können wir innerhalb von Sekunden abrufen. Doch die permanente Verfügbarkeit schier unendlich vieler Informationen hat auch ihre Schattenseiten. Wenn die Informationen, die wir finden und aufnehmen, fehlerhaft oder komplett falsch sind, kann das unser Denken und Handeln negativ beeinflussen.

Dass nicht alles, was online kursiert, besonders realitätsnah ist, ist für sich genommen keine Überraschung. Oft glauben Menschen kuriose Dinge, und im Internet können sie ihre Überzeugungen ungefiltert in die Welt schreien. Doch es gibt auch falsche und verzerrte Informationen im Internet, die bewusst und strategisch hergestellt und gestreut werden, um zu verwirren und zu täuschen: Desinformation.

Fake News Symbolbild

Längst nicht alles, was online kursiert, entspricht der Wahrheit. Bild: Shutterstock

Desinformation ist kein grundsätzlich neues Phänomen. Die dunkle Kunst, Medien und die breite Öffentlichkeit durch gezielte Falschinformationen zu beeinflussen, gehörte nicht zuletzt im Kalten Krieg zum Standardrepertoire niederschwelliger Konfliktführung. Eine der berühmtesten Desinformations-Kampagnen des Kalten Krieges war die Operation «Infektion» in den 1980er Jahren. Mit dieser Kampagne setzte die Sowjetunion die bis heute nicht totzukriegende Verschwörungstheorie, die USA hätten AIDS als Biowaffe entwickelt, in die Welt. Heute hat Desinformation dank des Internets eine ganz andere Dimension, wie spätestens 2016 im Zuge der britischen Brexit-Abstimmung sowie der US-amerikanischen Präsidentschaftswahlen deutlich wurde.

Online-Desinformation stammt heute aus zwei wesentlichen Quellen. Zum einen fluten Individuen, Gruppen und Organisationen aus dem vorwiegend «rechten» politischen Lager (von rechtskonservativ über reaktionär bis hin zu rechtsextrem) Social Media-Plattformen mit Falschinformationen, die schnell viral gehen können und entsprechend viele Menschen erreichen. Zum anderen ist Desinformation aber auch heute noch ein mächtiges aussenpolitisches Werkzeug, das vor allem für demokratische Länder ein Problem darstellt, dem sie relativ hilflos ausgeliefert sind.

So ist beispielsweise Russland eine regelrechte Desinformations-Grossmacht. Eine der Methoden, die Russland zu diesem Zweck intensiv und systematisch einsetzt, ist das sogenannte «Astroturfing». Der Begriff leitet sich von «Astroturf» ab, einer Marke für Kunstrasen, und bedeutet, dass es um vorgetäuschte «Grassroots»-Aktivität geht; um Meinungsäusserungen und sonstige Aktivitäten also, die so aussehen, als seien sie authentisch und stammten von Bürgerinnen und Bürgern, die aber in Tat und Wahrheit doppelt erlogen sind (die Meinungen sind fake und die Personen, die online die Meinungen kundtun, sind ebenfalls fake).

Astroturfing findet vornehmlich mittels falscher Profile (sogenannte «Sock Puppets», also Sockenpuppen) auf Social Media und in den Kommentarspalten westlicher Nachrichtenwebseiten statt. Der Umstand, dass die russischen Astroturfing-Operationen heute verhältnismässig gut durchleuchtet sind (z. B. ist die auf Astroturfing spezialisierte «Internet Research Agency» in St.Petersburg mittlerweile berühmt und berüchtigt), tut der Sache keinen Abbruch: Astroturfing kostet so gut wie nichts und kann sehr wirksam sein.

FILE - This Saturday, Oct. 20, 2018 file photo shows a business center building known as the

Das als «Troll-Fabrik» bekannte Gebäude der Internet Research Agency in St.Petersburg. Bild: AP

Auch China streut im grossen Stil Desinformation gen Westen. Im Inland kontrolliert China das Internet mit eiserner Faust, aber im Ausland ist dies nicht möglich. Für ausländische Desinformation setzt China stattdessen auf die Strategie der sogenannten Sharp Power (scharfe Macht). Sharp Power ist eine Strategie der Einflussnahme, bei der weder kulturelle Attraktivität (die «Soft Power») noch militärische Macht (die «Hard Power») im Vordergrund stehen.

Sharp Power ist ein Mittelweg, mit dem die öffentliche Meinung in westlichen Ländern mittels manipulativer Techniken zugunsten Chinas beeinflusst werden soll. Spätestens seit den anti-chinesischen Protesten 2019 in Hongkong gehört auch grobschlächtige Desinformation auf Facebook, Twitter und Youtube, die sich an ein westliches Publikum richtet (all diese Plattformen sind in China gesperrt), zu Chinas Repertoire an scharfer Macht.

Desinformation funktioniert so gut, weil sie die Grundprinzipien demokratischer Gesellschaften, Offenheit und Meinungsvielfalt, ausnutzt. Der Kampf gegen Desinformation hat also etwas Paradoxes: Wenn wir Desinformation unterbinden, indem wir offenen und freien Diskurs unterbinden, gewinnen die antidemokratischen Kräfte. Wenn wir aber nichts gegen Desinformation machen, gewinnen sie auch. Wir befinden uns also in einer Lose-Lose-Situation.

Problem 2: Hyper-Kommerzialisierung

Von den Anfängen des ARPANET-Netzwerkes in den 1960er Jahren über die Standardisierung des TCP/IP-Protokolls in den 1980er Jahren bis hin zur Entwicklung des World Wide Web Anfang der 1990er Jahre: Die Entwicklung des Internets war eine durch und durch nicht-kommerzielle, staatlich geförderte Anstrengung. Die nicht-kommerziellen Anfänge des Internets liegen heute aber in weiter Ferne – das Meiste, was die meisten Leute heute online machen, ist Teil unsichtbarer, aber weltumspannender Ketten der Kommerzialisierung.

Das Problem der Kommerzialisierung ist dabei nicht, dass das Internet grundsätzlich für wirtschaftliche, profitorientierte Zwecke genutzt wird. Dass es beispielsweise Online-Shops gibt, in denen wir Dinge kaufen können, ist an und für sich kein Problem: Wer etwas im Online-Shop kaufen will, tut dies; wer kein Interesse hat, bleibt dem Online-Shop fern. Die Kommerzialisierung des Internets hat aber eine zweite Ebene der «Hyper»-Kommerzialisierung, die weitgehend automatisch funktioniert und der wir uns so praktisch nicht entziehen können.

Online-Shopping, Symbolbild

Die Kommerzialisierung des Internets hat nicht nur mit Online-Shops zu tun. Bild: Shutterstock

Diese Hyper-Kommerzialisierung findet so gut wie überall im Internet statt; auch in vielen Kontexten, in denen wir sie rein intuitiv eigentlich nicht vermuten würden. Jede E-Mail, die wir senden, jedes Foto, das wir hochladen, jede Kurznachricht, die wir verfassen, jeder Eintrag, den wir auf Social Media schreiben, jede Webseite, die wir besuchen: So gut wie alles, was wir online machen, generiert persönliche Daten, die von Drittparteien gesammelt und verkauft werden.

Was ist das Problem dabei? Philosophisch gesehen bedeutet die Hyper-Kommerzialisierung des Internets, dass die Logik des Kapitalismus heute alle Lebensbereiche kolonisiert; auch und vielleicht vor allem jene, die eigentlich nichts mit wirtschaftlichen Transaktionen zu tun haben. Urmenschliche Bedürfnisse wie Kommunikation, soziale Teilnahme und Intimität sind online vollständig kommodifiziert – der Mensch wird im Internet zum permanenten Datenlieferanten, der auf Schritt und Tritt von teilweise dutzenden Unternehmen beobachtet und «getracked», also digital verfolgt wird.

Gleichzeitig – das ist die Kehrseite der Medaille – wird der Mensch im Internet auch zum permanenten Konsumenten. Die Daten, die pausenlos über uns gesammelt werden, werden den Meistbietenden weiterverkauft, damit diese oft im Schatten agierenden Unternehmen und sonstigen Organisationen uns mittels «Targeting» passgenau jene Güter, Dienstleistungen und Botschaften andrehen können, die vermeintlich goldrichtig für uns sind. Die Wirtschaftsprofessorin Shoshana Zuboff beschreibt diesen Zustand der allgegenwärtigen und praktisch unumgänglichen Kommerzialisierung unserer Online-Aktivität als «Überwachungskapitalismus».

Die Lösung für Hyper-Kommerzialisierung und Überwachungskapitalismus scheint einfach: Wir können uns einfach entscheiden, all die Apps und Webseiten, die Teil der Kommodifizierungs-Maschinerie sind, nicht zu benutzen. Doch geht das wirklich so einfach? Aus der Kommerzialisierungsspirale herauszufinden, ist aus mindestens zwei Gründen enorm schwierig. Erstens ist die Datenkommerzialisierung im Internet derart omnipräsent, dass sie kaum umgangen werden kann. Ich kann zum Beispiel einen privaten und gesicherten Email-Account verwenden, aber sobald ich eine Nachricht an eine Gmail- oder Yahoo- oder GMX-Adresse schicke, ist die ganze Übung für die Katz.

Wirklich kategorisch aus dem Überwachungskapitalismus auszusteigen bedeutet, auf so gut wie alles, was das Internet heute auszeichnet, zu verzichten: keine Social Media-Plattformen, keine Suchmaschinen, keine Online-Shops, kein YouTube, kein Email, nichts. Für einige Wenige mag ein solches digitales Einsiedlertum eine Option sein, aber die meisten von uns können sich diesen Luxus nicht leisten. (Wie viele Jobs gibt es heute noch, bei denen man auf Email und Smartphone komplett verzichten kann?)

Computer, Datenstrom, Datenkabel, Symbolbild

Unsere persönlichen Daten werden von Drittparteien gesammelt und verkauft. Bild: Shutterstock

Zweitens ist eine Abkehr vom Überwachungskapitalismus schwierig, weil all die Webseiten und Apps, die wir nutzen, aktiv so gestaltet sind, dass wir ein psychologisches Verlangen nach ihnen entwickeln; fast so, als ob wir süchtig wären. Mit Methoden wie «Brain Hacking» und «Dark Patterns» nutzen Webseiten und Apps gezielt und schamlos unsere kognitiven und neuropsychologischen Schwächen aus, um uns möglichst lange an den Bildschirm zu kleben.

Die subtilen Manipulationen, denen wir im Internet tagtäglich ausgesetzt sind, sind dabei ganz ähnlich wie jene bei Glücksspielen und im Casino: Das Design von Apps und Websites soll uns in eine Schlaufe der Spielerei einlullen, bei der wir immer wieder klicken und tippen und aktualisieren – in der Hoffnung, dass wir die ersehnte Belohnung erhalten (eine anregende Information, ein Like, ein laszives Foto). Wir sitzen heute jeden Tag stundenlang am digitalen einarmigen Banditen und suchen den kurzfristigen Kick.

Problem 3: Echokammern, Enthemmung, Entmenschlichung

Desinformation und Hyper-Kommerzialisierung sind zwei Probleme, die «von aussen» kommen: Politische und wirtschaftliche Akteure tun Dinge, denen wir als Bürgerinnen und Bürger und Nutzerinnen und Nutzer zum Opfer fallen. Doch ganz so einfach ist die Sache nicht. Auch wir selber als Individuen tragen dazu bei, dass das Internet zu einem immer schlimmeren Ort wird.

Wir alle haben die natürliche Tendenz, das, was wir bereits glauben, auch weiterhin glauben zu wollen. Niemand versucht tagein, tagaus das eigene Weltbild komplett umzukrempeln. Wir lesen jene Zeitung, die unserer eigenen Sicht der Dinge am ehesten entspricht; wir stimmen bei Sachfragen so ab, wie es unsere bevorzugte Partei empfiehlt; wir suchen uns Freunde, die ähnlich wie wir selber sind. Diese grundlegende Tendenz, an unseren bestehenden Überzeugungen festhalten zu wollen, ist zwar nicht immer rational, aber sie gibt uns Halt und macht den Alltag planbar. Im Internet entsteht daraus aber eine gefährliche Spirale der Zuspitzung.

Im realen Leben werden wir trotz unseres Hangs zu Homogenität immer wieder mit Menschen und Meinungen konfrontiert, die nicht dem entsprechen, was wir uns gewohnt sind. Das zwingt uns einerseits dazu, uns mit Ideen und Sichtweisen auseinanderzusetzen, die wir lieber ignorieren würden. Andererseits lehrt uns das reale Leben auch den Umgang mit Menschen, mit denen wir wenig gemein haben. Der soziale Lebensalltag ist also ein Ausgleich zu unserer Tendenz, uns nicht aus unserer kognitiven Komfortzone bewegen zu wollen.

Im Internet sieht es aber ganz anders aus: Wir können problemlos alles vermeiden, was uns nicht in den Kram passt. Unterstützung erhalten wir dabei von Algorithmen bei YouTube und Co., die uns vornehmlich Inhalte auftischen, die jenen ähneln, die wir bereits konsumiert haben. Das Internet ist prädestiniert dafür, dass wir uns Echokammern bauen, in denen wir ständig nur das sehen, hören und lesen, was wir bereits glauben.

In unseren Online-Echokammern werden nicht nur unsere bestehenden Meinungen immer stärker. Auch unser Gruppendenken, der sogenannte Intergroup Bias, wird bestens bedient. Je mehr wir uns in unserer digitalen Echokammer befinden, desto stärker wird unsere Identifikation mit unserer Innengruppe, und gleichzeitig steigt die Animosität gegenüber der Aussengruppe oder den Aussengruppen.

Wir glauben, in anderen Worten, immer stärker, dass «die anderen» schlecht, minderwertig, böse sind. In Kombination mit dem Effekt der Online-Enthemmung (bei Online-Kommunikation haben wir viel weniger Empathie und Zurückhaltung als bei normaler Kommunikation) entwickeln viele Menschen schnell erschreckend unzivilisiertes Verhalten: Wüste persönliche Beschimpfungen, Hasstiraden, Drohungen sind online an der Tagesordnung. Alles Dinge, welche die meisten von uns im realen Leben nie und nimmer aussprechen würden.

Hate-Speech, Hass im Internet, Symbolbild

Hasstiraden sind online an der Tagesordnung. Bild: Shutterstock

Die hässliche Online-Fratze, die in uns allen schlummert, gipfelt letztlich im Effekt der Entmenschlichung: All jene, die wir als schlecht und minderwertig und böse erachten, sind für uns gar keine richtigen Menschen mehr. Es sind abstrakte Hassobjekte, die nicht so fühlen und denken und empfinden wie wir selber.

Die grosse Gefahr an dieser Dynamik der Online-Enthemmung in unseren persönlichen Echokammern besteht darin, dass die Einstellungen und Werte, welche sich auf diese Art verfestigen, in die reale Welt zurückschwappen und realen Schaden und Leid anrichten. Das ist nicht nur Theorie, sondern schon heute trauriger Alltag. Von Gewalt und Terror trollender Rechtsextremer über die misogyne Weltanschauung der Incels bis hin zu Pogromen buddhistischer Fanatiker gegen Muslime – das Internet entlockt immer mehr Menschen immer abscheulichere Gedanken und Taten.

Wie das Ruder umzureissen ist

Was können wir tun, damit das Internet zu einer positiveren Kraft wird? Es gibt zwei wichtige Hebel, die wir betätigen können. Der erste ist Medienkompetenz.

Es mag ein Stück weit trivial und vielleicht sogar bevormundend klingen, aber wir müssen als Gesellschaft Menschen dazu befähigen, mit den Fallstricken des Internets so gut wie möglich umgehen zu können. Je besser wir alle verstehen, wie das Internet funktioniert und was online schiefgeht, desto besser können wir das Schlimmste vermeiden. Der Ort, an dem die notwendige Medienkompetenz am effektivsten vermittelt werden kann, ist die Volksschule, denn die Kinder und Jugendlichen von heute sind die Digital Natives von morgen, für die eine Welt ohne Internet komplett undenkbar ist. In der Schule Medienkompetenz zu vermitteln ist aber leichter gesagt als getan, gerade in einem fragmentierten Bildungssystem wie dem schweizerischen.

Kinder Smartphones Symbolbild

Die Kinder von heute sind die Digital Natives von morgen. Bild: Shutterstock

Der zweite Hebel, den wir betätigen müssen, damit das Internet kompatibler mit demokratischen Werten und Institutionen wird, ist staatliche Regulierung privater Internetfirmen. Das mag zunächst einen grossen Seufzer auslösen: Brauchen wir wirklich noch mehr staatliche Regeln und Bürokratie? Das Ziel von Regulierung soll nicht sein, Internetfirmen das Leben einfach aus Prinzip schwer zu machen, sondern Leitplanken zu schaffen, die dazu beitragen, dass sich das Internet auf eine für uns alle positive Art entwickelt.

Zwar betonen Internetfirmen immer wieder, dass es ihr oberstes Ziel sei, die Welt «besser zu machen», doch mehr als symbolische Lippenbekenntnisse wie jüngst mit dem «Contract for the Web» («Vertrag für das Internet») sind daraus nicht entstanden. Dass Selbstregulierung der Industrie nicht funktioniert, hat unlängst Facebook nochmals untermauert: Die Facebook-Verantwortlichen lassen bewusst und explizit politische Werbung auch dann zu, wenn deren Inhalte nachweislich falsch sind und einzig der Desinformation dienen. Warum? Weil Facebook als einer der grössten Player des Datenkapitalismus mit Desinformation sehr viel Geld verdient – die gesellschaftlichen Konsequenzen dieses Geschäftsmodells interessieren Facebook nicht. Müssen sie auch nicht zwingend, aber darum müssen wir als Gesellschaft aufhorchen und über den Weg der Regulierung sicherstellen, dass das Internet zu unser aller Gunsten funktioniert.

Das Internet ist nicht mehr, wie Angela Merkel 2013 bemerkte, Neuland. Wir wissen ziemlich gut, wie das Internet funktioniert und was dabei aus demokratischer Sicht schiefgeht. Das Internet ist eher eine Art Wilder Westen. Ein Ort, wo alle weitgehend machen, was sie wollen, und die Stärksten sich durchsetzen, während der Sheriff apathisch und tatenlos zuschaut. Es ist an der Zeit, diesen digitalen Wilden Westen zu zähmen und in eine nachhaltige, mit Demokratie vereinbare Zukunft zu überführen. Einen Plan B haben wir nicht.

Würdest du dem Internet sagen, wie viel du verdienst?

Video: srf

DANKE FÜR DIE ♥

Da du bis hierhin gescrollt hast, gehen wir davon aus, dass dir unser journalistisches Angebot gefällt. Wie du vielleicht weisst, haben wir uns kürzlich entschieden, bei watson keine Login-Pflicht einzuführen. Auch Bezahlschranken wird es bei uns keine geben. Wir möchten möglichst keine Hürden für den Zugang zu watson schaffen, weil wir glauben, es sollten sich in einer Demokratie alle jederzeit und einfach mit Informationen versorgen können. Falls du uns dennoch mit einem kleinen Betrag unterstützen willst, dann tu das doch hier.

Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen?

(Du wirst zu stripe.com umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)

Oder unterstütze uns mit deinem Wunschbetrag per Banküberweisung.

Nicht mehr anzeigen

Die Geschichte des Internets

Immer mehr Jugendliche erhalten sexuelle Avancen im Netz

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

73
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
73Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Nonne 02.02.2020 21:21
    Highlight Highlight Nichts hat sich geändert. Jahrzehntelang gab es nur die Propaganda von SRF, Blick und zwei drei Zeitungen. Jetzt gibt es halt weltweite Meinungsvielfalt. Was soll Medienkompetenz sein? Indoktrinierung unserer Kinder durch den linken Staat?
    • tr3 02.02.2020 22:40
      Highlight Highlight „linker Staat“ 😂
    • bbelser 02.02.2020 23:31
      Highlight Highlight Wem es in den letzten Jahrzehnten nicht gelungen ist, in der einst äusserst diversen Medienvielfalt mehr als SRF, Blick und ein paar Zeitungen zu Gesicht zu bekommen, der hat von Medienkompetenz keinen blassen Schimmer. Die extreme Medienkonzentration der letzten Jahre in den Händen weniger reicher rechter Desinformanten ist das Grundproblem freiheitlicher Demokratien.
  • David Tschan 02.02.2020 19:18
    Highlight Highlight https://restoreprivacy.com/ kann dabei helfen, wieder anonymer im Internet zu verkehren...
  • Dong 02.02.2020 19:04
    Highlight Highlight Hach die jungen Leute. Ich war damals ja auch überzeugt, dass, wenn alle Informationen zugänglich sind, die Leute erkennen werden, dass ich recht hab. Der Effekt war nicht mal messbar! Wir Menschen glauben halt, was wir wollen. Das mag ernüchtern, ist aber immer noch besser, als das zu glauben, was irgendeine Zensurstelle will ;-)
  • Statler 02.02.2020 19:03
    Highlight Highlight Und übrigens: Freies Wissen my ass.
    Wissenschaftliche Publikationen sind (und waren) im Besitz von Verlagen, bei denen sie publiziert und dann für teuer Geld erstanden werden müssen.
    Daran hat auch das Internet nichts geändert.
    Wissenschaftler, die mit staatlichen Geldern Dinge erforschen sind gezwungen, sie bei diesen Verlagen zu publizieren und entziehen sie damit der Allgemeinheit, der sie eigentlich zustehen würden.

    Einer der dagegen gekämpft hat war Aaron Swartz. Die Doku dazu «Tod eines Internet-Aktivisten» ist leider urheberrechtlich geschützt [sic].
    • The Destiny // Team Telegram 02.02.2020 19:25
      Highlight Highlight Für etwas gibt es libgen.
    • tr3 02.02.2020 20:08
      Highlight Highlight Das stimmt nur zur Hälfte. Erstens hat jede Universitätsbibliothek Zugang zu diesen teuren Journals und jede und jeder kann sich dort vollkommen kostenlos als Benutzer registrieren. Und zweitens ist Open Access stark im Kommen.
    • Ueli der Knecht 02.02.2020 22:09
      Highlight Highlight Die Dokus zu Aaron Swartz gibt's hier:
      Play Icon


      oder da:
      Play Icon

  • Statler 02.02.2020 18:56
    Highlight Highlight Das Internet ist nicht kaputt.
    Die Marketing-Menschen haben nur entdeckt, dass ihre fiesen Maschen mit diesem Medium noch viel mehr Wirkung entfalten, als das offline schon funktioniert. Politische Desinformation gab's auch schon immer - jetzt kann sie einfach noch zielgerichteter verbreitet werden.
    Nicht das Internet ist kaputt, sondern die Menschen, die anderen was andrehen wollen - und die gab's schon immer und ihre Methoden waren schon immer perfid.
    Ergo: wir müssen nicht das Internet ändern, sondern die Menschen.
    The Internet was a big playground - and then they built a Mall on it.
    • Ueli der Knecht 02.02.2020 22:00
      Highlight Highlight "Politische Desinformation gab's auch schon immer - jetzt kann sie einfach noch zielgerichteter verbreitet werden",

      weil das kaputte Internet keine Sicherheit bietet sondern Massenüberwachung (und dadurch das Micro-Targeting und die Massenmanipulation) ermöglicht.

      Doch, Statler: Das Internet ist kaputt.

      Wäre es nicht kaputt, würde es keine Massenüberwachung ermöglichen, und die Privatsphäre der Anwender schützen.
  • Antinatalist ⚠ Lockdown-Fan-Club 02.02.2020 18:51
    Highlight Highlight Welche Korrelation hat die Entwicklung mit folgender Grafik?
    Benutzer Bild
  • Likos 02.02.2020 17:52
    Highlight Highlight Das Internet funktioniert genau wie unsere Gesellschaft, einfach ohne physische Grenzen. Die Trollfabrik in Russland hat nur die Trollfabrik im Vatikan ersetzt.
    Wir sind einfach noch zu blöd für Informationsglobalisierung.
    Aber übermässiger "Erfolg", führt ja zur evolutionären Selbsttötung, wie das beim Internet auch immer aussehen mag.
  • salamandino 02.02.2020 17:43
    Highlight Highlight Ja das können wir!
    Play Icon
  • Zeit_Genosse 02.02.2020 17:20
    Highlight Highlight Wir glauben das Internet ist ein Universum. Ich prognostiziere hier nach SF-Manier, dass es Multiversen im Internet geben wird. Wir alle sind mit dem 1. Internet verbunden. Bald wird es abgeschottete neue Bereiche geben, deren Zugang man nur verschlüsselt und gegen Bezahlung haben wird. Internet 2 und die anderen Internets werden regulierte und gelenkte Netzwerke sein. Inhalte werden kuratiert. So kann man im old wide web oder eben in einem anderen Internet, das natürlich kommerziell oder politgesponsert ist eintreten. Wie wäre es mit einem CH-Net, pornofrei, wer hasst streut fliegt raus, usw.
    • Ueli der Knecht 02.02.2020 18:44
      Highlight Highlight Für sehr viele Menschen, ich schätze rund zwei Milliarden, ist das Internet nur http://internet.org und kein Bit mehr.

      Das Internet besteht für diese Menschen nur aus Facebook und Wikipedia. Sie kennen kein Google, YouTube und auch sonst nichts, was es ausserhalb von Facebook und Wikipedia gibt. Wer diese zwei Milliarden Menschen über das Internet erreichen will, der muss Facebook dafür bezahlen.
  • Cpt. Jeppesen 02.02.2020 17:11
    Highlight Highlight Ein Rundumschlag-Artikel auf leider tiefem Niveau. Viele Worte die nicht viel aussagen, ausser dass auf Angst-Gefühle gespielt wird.
    "Das Internet" ist kein Ort!
    Der Begriff Internet steht für die verschiedenen Services und Protokolle die benötigt werden um Computer miteinander kommunizieren zu lassen.
    Alle angesprochenen Probleme in diesem Artikel sind Probleme der verschiedenen Akteure und Anbieter die das Internet als Transportmedium nutzen.
    Wenn schon Kritik, dann bitte die Akteure beim Namen nennen und die Kritik an diesen ausarbeiten, anstelle das Transportmedium zu verteufeln.
    • Antinatalist ⚠ Lockdown-Fan-Club 02.02.2020 18:49
      Highlight Highlight Nö. Das Internet beschreibt den "weltweiten Verbund von Rechnernetzwerken". Wie (welche Protokolle und Services) dieser Verbund zustande kommt ist in erster Linie völlig irrelevant. Es ist folglich ein Netz mit verschiedenen "virtuellen" Destinationen. Man könnte also sogar sagen, das Internet ist eine eigene Welt mit unzähligen virtuellen Ökosystemen.
    • Ueli der Knecht 02.02.2020 18:54
      Highlight Highlight Es ist das Transport-Medium, welche alle diese Probleme verursacht, Cpt. Jeppesen.

      Konkret das Protokoll TCP/IP und darauf aufbauenden Protokolle (DNS, SMTP, BGP usw.), welche die private und staatliche Massenüberwachung ermöglichen und damit den Nährboden, auf dem die Datenkraken gedeihen. Das Internet ist kaputt, und zwar wegen Design- und Konzeptfehler, die nicht repariert oder weggepatcht werden können.
      https://pdfs.semanticscholar.org/601e/4aad6434f9c7b76a63a3dc7c23384dbe8707.pdf

      Die Datenkrakren sind ein Symptom. Die Wurzel des Übels ist das Transportmedium. Dieses ist des Teufels.
    • Tamtam87 02.02.2020 19:58
      Highlight Highlight Wurde doch getan.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Calvin Whatison 02.02.2020 17:05
    Highlight Highlight Keine Panik, kommt schon gut. 😂😂😂
    Benutzer Bild
  • crashwinston 02.02.2020 17:01
    Highlight Highlight Hallo zusammen

    Der Beitrag ist sehr interessant und als Informatikstudent beschäftige ich mich sehr mit online Privatsphäre und Security. Es ist erschreckend wie viele meiner Mitmenschen komplett darauf pfeiffen nach dem Motto, ich habe ja eh nichts zu verbergen oder sollen die Unternehmen und Länder doch machen was sie wollen mit meinen Daten etc.
    Es wäre schön hier Mal einen Bericht zu lesen über die Webseite privacytools.io und das Thema free Software.
    privacytools.io ist eine Sammlung von alternativer Software welche deine Privatsphäre respektiert.
  • Trafalgar 02.02.2020 16:39
    Highlight Highlight Pornos wurden nirgends erwähnt - Pornos sind also unbedenklich, oder? Oder?

    Spass beiseite, wieder einmal ein interessanter Artikel der die Irrungen und Wirrungen des Internets aufzeigt.
    Das grösste Problem ist aber der Mensch. Die meisten wollen sich gar nicht informieren.
    Die sammeln meine Daten? - Na und?
    Desinformation auf Social Media? - Passiert mir sicher nicht!
    Soziale Blasen? - Du hast keine Ahnung, allen die ich kenne geht es so!

    Auch bei den jungen hab ich ehrlich gesagt nicht so viel Hoffnung. Obwohl digital natives, interessieren sich die wenigsten für die Mechaniken dahinter.
    • Oc3An50uL 04.02.2020 10:34
      Highlight Highlight Die Jungen von heute haben ein Problem: Ihre Eltern haben kaum Ahnung davon - wie soll so Wissen/Medienkompetenz weitergereicht werden? Zudem sehe ich selber oft, dass Kinder/Jugendlichen das Handy in die Finger gedrückt wird und diese dann sich selbst überlassen werden. Hier beginnt es! Ich wäre daher ganz klar dafür, dass Medienkompetenz ein Pflichtfach in der Schule wird.
  • Garp 02.02.2020 16:27
    Highlight Highlight Mir fehlen mir die Zähmungsvorschläge. Über die Volksschule wird es nicht gelingen, das Internet zu zähmen.

    Regierungen, Oligarchen, und Medienmogule reissen sich die Medien und Informationspolitik und somit auch das Internet unter den Nagel. Das ist machtpolitisch. Die Netzwerke der Macht sind für die Volksschule zu komplex.

    Wer die Macht über die Informationen hat, der hat die Macht über die Manipulation. Und wer viel Geld hat, der hat die Macht über die Medien. Wir sehen es derzeit weltweit.

    Das kann man nur unterbinden indem man Monopole unterbindet. Da seh ich wenig Hoffnung.
  • Heiri Schmid 02.02.2020 16:16
    Highlight Highlight Ein großes Problem, ist dass die Lehrer, die in der Schule die Kinder sensibilisieren sollten, keine Ahnung haben wie das Internet funktioniert.
    Das Fach ‘Informatik’ wird dazu benutzt Word oder Excel zu lernen, statt die wirklich wichtigen Grundlagen zu vermitteln.
    Im weiteren liefern sich die Schule und die Kinder geradezu selbst den Internet Datensammler wie Google und Microsoft indem sie die Gratisangebote der Provider Ahnungslos nutzen!
    Diese Nutzen die Gelegenheit die Kinder dazu zu gewöhnen, dass es ganz ‚normal‘ ist alles den Provider preiszugeben.
    • Antinatalist ⚠ Lockdown-Fan-Club 02.02.2020 17:38
      Highlight Highlight Microsoft als Datensammler zu erwähnen, aber den toxischsten Datensammler überhaupt, Facebook, der mit seinen "Kindern" Instagram und Whatsapp der Jugend quasi auf Schritt und Tritt hinterherläuft, nicht ins Bewusstsein zu holen, ist ja schon sehr verwegen...

      Auch wenn es nicht falsch ist, Google und Microsoft sind nicht, was man hierzulande allgemeinsprachlich unter "Provider" versteht. Darunter versteht man eher den Internetdienstanbieter. Und an diesen geben die Nutzer Unmengen an Daten ab, die von Gesetzes wegen sogar auf Vorrat gespeichert werden. Schlimmer, da unausweichlich.
    • Ueli der Knecht 02.02.2020 17:43
      Highlight Highlight Am schlimmsten sind Pokémon-GO-spielende Kinderscharen, die in meinem Garten meine Pflanzen filmen (weil dort überall irgendwelche kiffende Pokémons rumhangeln), oder die im ganzen Haus Pokémons jagen, die vorzugsweise in den Bücherregalen hängen, und auf meinen privaten Dokumenten sitzen.

      Die Kinder werden von den Datenkraken als Spitzel instrumentalisiert.
  • Antinatalist ⚠ Lockdown-Fan-Club 02.02.2020 16:10
    Highlight Highlight Kompetenz bedeutet Fähigkeit. Die meisten Menschen sind aber von Natur aus unfähig.

    #reallifeexperience
  • Rethinking 02.02.2020 16:07
    Highlight Highlight Gerade ein President Trumb und seine Kollegen Putin, Erdogan, Jinping etc. werden wohl kaum etwas dafür tun, dass Internetfirmen bezüglich Fake News stärker reguliert werden...
  • El Vals del Obrero 02.02.2020 16:05
    Highlight Highlight Rein technisch gesehen gab es eigentlich in letzter Zeit sogar eine gewisse Entkommerzionalisierung:

    Kaum mehr "IE-optimierte" Seiten oder Flash und ähnliches.

    Aber das hilft inhaltlich natürlich nicht weiter.
    • Antinatalist ⚠ Lockdown-Fan-Club 02.02.2020 17:03
      Highlight Highlight Hä? Den Schwenk auf HTML5 und die Einstellung des IE verpasst oder wie?

      Chrome ist weiter verbreitet, als es der IE je war.
  • Lodestone 02.02.2020 16:03
    Highlight Highlight Böses Internet, vielleicht sollten die Geheimdienste und grossen Konzerne einfach keinen Zugang zum Internet bekommen? Erstere sieht alle Leute als Kriminelle die anderen als laufende Portemonnaies. Könnte man sicher hinbekommen, ;-)
  • El Vals del Obrero 02.02.2020 16:03
    Highlight Highlight Die Hauptprobleme begannen meiner Meinung nach erst so richtig mit dem Aufkommen von Social Media und der Rezentralisierung (auf Facebook, Google usw.) des eigentlich dezentral gedachten Internets. Klar gab es auch zuvor irgendwelche abartige Foren und ähnliches, aber die fanden nur Freaks und nicht die breite Masse.

    Da wurde wohl die Bequemlichkeit der Leute nicht bedacht: Klar gäbe es dutzende Suchmaschinen und jeder kann seine Homepage erstellen. Aber Google-Suche und Social Media-Seite (statt Homepage) sind halt bequemer.
    • Ueli der Knecht 02.02.2020 16:12
      Highlight Highlight Sowohl Google, Facebook und Konsorten müssten den Betrieb einstellen, wenn das Internet die Massenüberwachung nicht ermöglichen würde, und wir die Massenüberwachung nicht auch noch legitimiert und unsere Privatsphären verschenkt hätten.
    • Cpt. Jeppesen 02.02.2020 19:54
      Highlight Highlight @Ueli: Empfehle Dir folgendes Experiment. Du löscht alle Cookies und Cache Daten aus deinem Browser und dann gehst du einmal auf Watson.ch. Danach schaust Du nach was sich alles in deinem Browser befindet :-)
      Vielleicht überlegst Du Dir danach nicht mehr hier posten?
    • Ueli der Knecht 03.02.2020 06:34
      Highlight Highlight Ja, Cpt. Jeppesen. Und ich möchte mir gar nicht erst ausmalen, welchen Einfluss bei Facebook, Google Analytics und Konsorten mein Umgang in watson.ch auf meine Credibility hat.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Past, Present & Future 02.02.2020 15:50
    Highlight Highlight Wow, super auf den Punkt gebracht. Toller Artikel!👍
  • Ueli der Knecht 02.02.2020 15:37
    Highlight Highlight "Was können wir tun [...]? Es gibt zwei wichtige Hebel, die wir betätigen können. Der erste ist Medienkompetenz.
    [...]
    Der zweite Hebel, den wir betätigen müssen, [...] ist staatliche Regulierung privater Internetfirmen."

    Medienkompetente würden erkennen, dass das Internet komplett kaputt ist, von Grund auf. Es sind Konzept- und Designfehler, die sich nicht reparieren oder wegpatchen lassen.

    "Einen Plan B haben wir nicht."

    Es gibt sogar mehrere B-Pläne. Wir brauchen ein komplett neues Internet, welches Massenüberwachung technisch zum Vornherein verunmöglicht (zB. http://bit.ly/31gUEpv).
    • Antinatalist ⚠ Lockdown-Fan-Club 02.02.2020 16:59
      Highlight Highlight Vermeide es doch bitte, bit.ly zu verwenden.

      Wenn der Link nicht mehr in den Kommentar passt, dann warte ab und liefere den Link als Antwort auf deinen Kommentar als Plain-Link nach. Gerade, wenn du schon Massenüberwachung ansprichst. Oder musst du unbedingt wissen, wie viele Leser deinen Link anklicken?
    • The Destiny // Team Telegram 02.02.2020 17:09
      Highlight Highlight Achtung der Link ist ein PDF download.
    • Marko Kovic 02.02.2020 17:24
      Highlight Highlight @Ueli der Knecht: Ich bin Fan von GNUnet und ähnlicher Projekte! Das Problem dabei ist m.M.n. aber, dass ein Wechsel auf ein neues Netzwerk zunehmend unwahrscheinlicher wird - je mehr wir das "aktuelle" Internet nutzen, desto schwieriger wird es, auf eine andere technische Lösung umzuschwenken, weil Trägheit und Pfadabhängigkeit eine schwer zu stoppende Eigendynamik bedeuten.

      Vielleicht (und hoffentlich) liege ich aber falsch!
    Weitere Antworten anzeigen
  • The Destiny // Team Telegram 02.02.2020 15:28
    Highlight Highlight "Jede E-Mail, die wir senden, jedes Foto, das wir hochladen, jede Kurznachricht, die wir verfassen, jeder Eintrag, den wir auf Social Media schreiben, jede Webseite, die wir besuchen: So gut wie alles, was wir online machen, generiert persönliche Daten, die von Drittparteien gesammelt und verkauft werden. "

    Verallgemeinerungen wie diese finde ich gefährlich, ja es gibt dienste die dies tun, wie Gmail, yahoomail etc. aber es gibt auch Dienste welche dies nicht tun.

    Die Bequemlichkeit zu wechseln oder die Abhängigkeit an solche Diensten aufgrund der Arbeit oder sozialem Zwang ist ein Problem.
  • Füdlifingerfritz 02.02.2020 15:24
    Highlight Highlight "Der zweite Hebel, den wir betätigen müssen, damit das Internet kompatibler mit demokratischen Werten und Institutionen wird, ist staatliche Regulierung privater Internetfirmen."
    Jaja, Papa Staat wird's regeln... wie immer. Moll, kommt bestimmt gut. Eine Prise vom "Modell China" kann nie schaden...
    • Marko Kovic 02.02.2020 17:29
      Highlight Highlight Nein, es soll definitiv nicht Modell China mit staatlicher Zensur und staatlicher Propaganda sein. Aber Papa Staat macht in Demokratien doch auch gute Dinge zugunsten aller, oder? Oder bist du der Meinung, dass Papa Staat z.B. in der Schweiz kategorisch *nie* etwas Positives für die Bevölkerung macht?
    • geissenpetrov 02.02.2020 19:00
      Highlight Highlight Ich sehe meine Daten lieber unter demokratischer Kontrolle als in den Händen von profitorientierten Konzernen.
      Bestes Beispiel: E-ID, wo anstelle des staatlichen Passbüros Grossbanken, Versicherungsgesellschaften und Konzerne treten soll(t)en, also genau jene Akteure, die das Internet versauten.
    • Füdlifingerfritz 02.02.2020 20:56
      Highlight Highlight "Ich sehe meine Daten lieber unter demokratischer Kontrolle als in den Händen von profitorientierten Konzernen." Respektiere ich. Bei mir ist es gleichwohl umgekehrt. Den Firmen kann ich mich entziehen, dem Staat nicht.
    Weitere Antworten anzeigen
  • The Destiny // Team Telegram 02.02.2020 15:23
    Highlight Highlight Hebel 2: Liesst sich wie wenn ein Informatiker frisch vom Weiterbildungskurs in China kommt.

    "Es ist an der Zeit, diesen digitalen Wilden Westen zu zähmen und in eine nachhaltige, mit Demokratie vereinbare Zukunft zu überführen. "

    Internetfirmen die eigenen moralischen Vorstellung aufzuzwingen funktioniert eben nicht ohne, dass im gleichen Zug die Demokratie über den Haufen geworfen wird.

    Was der Autor vorschlägt kann etwas erweitert im Iran, China oder der Türkei bereits beobachtet werden.

    Nieder mit Zebsur und Regulierungen.

    PS: Clickbait thumbnail.
    • Füdlifingerfritz 02.02.2020 17:12
      Highlight Highlight Schön zusammengefasst, schliesse mich dem an. Das Internet muss frei bleiben!
    • Marko Kovic 02.02.2020 17:35
      Highlight Highlight Ja, es ist sicher nicht einfach, die richtige Abwägung zwischen moralisch wünschenswerter Regulierung zugunsten der Allgemeinheit und der Freiheit für Internetfirmen zu treffen. Dass *jede* Regulierung aber direkt zum Modell Iran / China / Türkei führt, ist aber falsch.

      In autoritären, anti-demokratischen Ländern zensieren die Regierungen das Internet zugunsten ihres *eigenen* Machterhaltes - um die jeweilige Bevölkerung weiter zu unterdrücken. In Demokratien hingegen hat der Staat die Aufgabe, die Interessen der Bevölkerung durchzusetzen. Das muss das Ziel sein.
    • Antinatalist ⚠ Lockdown-Fan-Club 02.02.2020 18:20
      Highlight Highlight "Das muss das Ziel sein."

      Ist es oft aber nicht. Das NDG dient da als bestes Beispiel und ist ein erhobener Mahnfinger, es nicht noch weiter gehen zu lassen.
    Weitere Antworten anzeigen
  • The Destiny // Team Telegram 02.02.2020 15:16
    Highlight Highlight Hebel 1: Ja definitiv eine Sensibilisierung ist notwendig und je besser die Jugend gebildet wird desto besser können Sie Schwachsinn online erkennen.
    • Auric 02.02.2020 15:34
      Highlight Highlight Gebildet? nun das wäre der richtige Weg, nur wer bildet und was wird gebildet??

      Da habe wir wieder das gleiche Problem das dem Internet in diesem Text vorgeworfen wird.

      Die einzige Lösung die ich sehe sind die Naturwissenschaften die unabhängig von politischen Systemen ganz schnell Bullshit als solchen offenbaren, in allen anderen Disziplinen ist der Lehrplan und die Meinung der Lehrenden die am Ende eine gewünschte (aber nicht unbedingt korrekte) Bildung erzeugen.
    • Ueli der Knecht 02.02.2020 15:47
      Highlight Highlight Solange "die Jugend"lichen ihre Privatsphäre weiterhin freimütig verschenken (müssen), fehlt jegliche Medienkompetenz, und "die Jugend" bleibt weiterhin leicht manipulierbare und desinformierbare Masse.

      Das Internet ermöglicht die private und staatliche Massenüberwachung. Da liegt der Hund begraben. Dagegen nützen Medienkompetenz und Regulierung wenig. Denn was technisch machbar ist, das wird auch gemacht werden.

      Die Massenüberwachung können wir nur noch verhindern, indem wir sie technisch verunmöglichen.
    • Antinatalist ⚠ Lockdown-Fan-Club 02.02.2020 16:33
      Highlight Highlight Was für ein Irrtum. Selbst ich bin daran gescheitert, Jugendlichen beizubringen, wie man das Internet so nutzt, dass man nicht in Fallen tappt. Jedes Kind lernt laufen, indem es wiederholt auf die Schnauze fällt - und nicht, indem Eltern ihm dabei helfen. Und selbst wenn man laufen kann, läuft man immer wieder Gefahr, zu stolpern und hinzufallen. Nicht jeder ist mit dem Talent gesegnet, einen Parkour zu meistern. Und wer Parkour-Champ werden will, hat einen langen Weg voller Stürze und Verletzungen vor sich.
      Es gibt wenige Talente, die das Internet wirklich beherrschen. Der Rest konsumiert.
    Weitere Antworten anzeigen

Elon Musk präsentiert Prototypen für Verbindung zwischen Gehirn und Smartphone

Elon Musk zeigt Gehirn-Computer-Schnittstelle. Seine Firma Neuralink implantiert die Geräte bereits bei Schweinen.

Tech-Milliardär Elon Musk macht Fortschritte bei seinem Plan, eine elektronische Verbindung zum menschlichen Gehirn zu schaffen. Musk präsentierte den Prototypen eines Geräts seiner Firma Neuralink, das Informationen zwischen Neuronen und einem Smartphone übermitteln kann.

Es hat in etwa die Fläche einer Münze und soll im Schädel positioniert werden. Ausser einer kleinen Narbe unter den Haaren blieben keine Spuren, sagte Musk.

Neuralink implantiert die Geräte bereits bei Schweinen. Musk zeigte …

Artikel lesen
Link zum Artikel