DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Bild

bild: shutterstock

Und jetzt: Antworten, die jeder weiss, aber aus Angst vor dem Chaos keiner ausspricht



Im Laufe eines Berufslebens begegnet man so manchen Besonderheiten und Abstrusitäten. Je länger man in einem Bereich arbeitet, desto mehr solcher Besonderheiten kriegt man mit. Mit der Zeit verinnerlicht man diese Abstrusitäten, sie werden zu Handlungsmustern, zu Mantras, denen man blind folgt. Man wird also selbst zur Irrationalität.

Und trotzdem bleibt da immer ein kleiner Funken Restverstand, der sich im hintersten Ecken des Cerebrums eingenistet hat und einen nicht vergessen lässt, dass es eigentlich eine Farce ist, so zu tun, als würde man als Ökonom tatsächlich die Zukunft voraussagen können oder als seien manche NGO's nicht hauptsächlich ein Steueroptimierungs-Instrument der Reichen.

Das Chaos-herbeiführende Wissen

Ein Twitter-User mit dem klingenden Namen «myk prefers interdependence to eternal war» hat daraus ein Spielchen gemacht. Oder besser eine Fragerunde.

Er bat seine Follower zu erzählen, was in ihrer jeweiligen Branche jeder weiss, aber niemand ausspricht, weil es zu einem Chaos führen würde. Die Antworten sind teilweise überraschend, teilweise lustig und manchmal auch ein bisschen verschwörungstheoretisch. Auf jeden Fall aber spannend. Eine Auswahl:

«Die einzige Funktion von unbezahlten Praktikas besteht darin, arme Leute fern zu halten und reiche Leute anzuziehen.»

-Shea Serrano, Autor und Journalist

«Abfallmanagement-Typ hier. Es gibt kein Recyclingprogramm, weder in der Industrie noch von staatlichen Stellen, das die durch den Konsum verursachten Umweltschäden beheben kann. 99,999 Prozent von dem, was du rauswirfst, bleibt rausgeschmissen.»

-Ein Abfallmanagement-Typ.

«Der beste Wegbereiter für Unternehmertum sind reiche Eltern.»

-Dina D. Pomeranz, Professorin für Wirtschaft an der Uni Zürich.

«Ökonomen sind Tarotkarten-Lesern näher als Mathematikern.»

-Maura Quint, keine Ökonomin, aber wahrscheinlich hat sie trotzdem recht.

«Plüschporno-Anfragen sind wohl der einzige Weg, um als Illustrator überleben zu können.»

-User Slimm, wahrscheinlich ein Illustrator.

«Die Schuldenkrise der Studenten war beabsichtigt.»

-Dr. Sara Goldrick-Rab, Professorin.

«Jesus war nicht weiss.»

-Nyasha Junior, Religionslehrerin und Autorin.

«Der Klimawandel ist zu 100 Prozent echt. Das lässt sich aufgrund der sich in den letzten Dekaden verändernden Trauben gut sehen. Es gibt keine einzige Person, die irgendetwas über Wein weiss und den Klimawandel leugnet.»

-Prosecco Papi, Winzer.

«Professoren erhalten während des Studiums wenig bis gar keine Lehrerausbildung.»

-Anthony C. Ocampo (mit Doktortitel), Professor an der Stanford-Universität

«Den Titel, den du nicht magst? Der Autor des Artikels hat ihn nicht gemacht.»

(Bei diesem Artikel war es Adrian. Es ist immer Adrian. Aber Adrian macht gute Titel. Meistens.)

-I'm Gravy, Journalist.

«Viele der Petitionen, die man unterschreibt, werden nie eingereicht. Sie dienen lediglich dazu, deine E-Mail-Adresse zu bekommen. Politische Kampagnen haben dann Listen mit Hunderttausenden, wenn nicht sogar Millionen, von E-Mail-Adressen.»

-Matt Fitzgerald, Aktivist

«Die Nonprofit-Welt ist schmutzig, hinterhältig und grob, aber jeder kommt damit durch, weil wir ‹gute Arbeit leisten›».

-Kat Calvin, arbeitet im Nonprofit-Bereich.

Jetzt du, lieber User: Was weiss jeder in deiner Branche, aber keiner spricht darüber, weil es zu Chaos führen würde?

(dfr)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

In Norwegen müssen Influencer bald retuschierte Bilder kennzeichnen

Influencerinnen und Influencer, die sich mithilfe von Bildbearbeitungsprogrammen für Werbebilder schöner tricksen, müssen dies in Norwegen ab Sommer 2022 kennzeichnen.

Ein bisschen straffere Haut hier, ein bisschen mehr Kurven da: Mit Bildbearbeitungsprogrammen gaukeln viele Influencerinnen und Influencer ihren Followern den perfekten Körper vor. Das norwegische Parlament will dem nun einen Riegel schieben. Anfang Juni wurde ein neues Werbegesetz verabschiedet, das im Sommer 2022 in Kraft tritt.

Das Gesetz sieht vor, dass retuschierte Werbebilder, egal, ob von Influencern oder Agenturen, in Zukunft als solche gekennzeichnet sind. Davon betroffen sind alle …

Artikel lesen
Link zum Artikel