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Wüstenlandschaft, Wüste, White Sands National Monument, New Mexico

Lebensfeindlich und gefährlich: Sandwüste im White Sands National Monument in New Mexico. Bild: Shutterstock

Qualvoller Tod in der Wüste: «Man kann über einen Liter Flüssigkeit pro Stunde verlieren»

Der Fall des französischen Paars, das in New Mexico verdurstete, zeigt: Dehydrierung ist lebensgefährlich. Tropenmediziner Bernhard Beck erklärt, wie es zu einer Dehydrierung kommt und welche Symptome Betroffene haben.



Vermutlich hatten sie die Gefahren der Wüste unterschätzt: Letzte Woche verdursteten zwei französische Touristen im Nationalpark White Sands National Monument in New Mexico. Die Frau und ihr Mann hatten anscheinend ihr Leben geopfert, um ihren neunjährigen Sohn zu retten: Die Eltern hätten jeweils nur einen Schluck Wasser getrunken, während ihr Sohn zwei bekommen habe, sagte ein Polizeisprecher. 

Als der Junge gerettet wurde, war er bereits dehydriert. Der medizinische Begriff Dehydrierung (oder auch Dehydratation) beschreibt grundsätzlich einen Flüssigkeitsmangel, also die Tatsache, dass der Körper deutlich mehr Flüssigkeit verliert, als er aufnimmt. 

Starkes Schwitzen

Die Ursachen dafür können vielfältig sein, wie der Zürcher Tropenmediziner Dr. Bernhard Beck erklärt. Neben Durchfall und Erbrechen, die dem Körper bei fiebrigen Erkrankungen besonders viel Flüssigkeit entziehen, ist es vor allem starkes Schwitzen bei hohen Temperaturen und bei starker körperlicher Anstrengung. 

In der Wüste – die französische Familie war bei 38 Grad unterwegs – verliert man grosse Mengen an Flüssigkeit. «Zum Beispiel im Grand Canyon, der eine wahre Falle für Touristen ist», sagt Beck. «Jedes Jahr sterben dort mehrere Wanderer. Der Abstieg geht noch leicht, aber beim anstrengenden Aufstieg verlieren sie zu viel Flüssigkeit.»  

Auch beim Atmen geht Flüssigkeit verloren

Der Flüssigkeitsverlust erfolge in der Hauptsache durch das Schwitzen. «Das bemerkt man unter Umständen gar nicht recht, wenn der Wind weht und den Schweiss schnell trocknet», stellt Beck fest. «Man kann über einen Liter pro Stunde verlieren.» Aber auch durch die Atmung gehe Flüssigkeit verloren: bis zu einem Liter pro Tag. 

Die Folgen: Durst, Kopfschmerzen, in schweren Fällen Herzrasen. «Der Körper produziert keinen Urin mehr. Die Körpertemperatur steigt, das Gehirn wird nicht mehr genügend durchblutet und am Ende droht der Tod durch Kreislaufzusammenbruch», warnt Beck. Der Salzmangel führe überdies zu Problemen mit den Nieren. 

Lebenswichtiges Wasser

Wasser ist Leben. Der kostbare Saft macht 60 Prozent des Körpergewichts eines Mannes aus, bei Frauen sind es 50 Prozent. Unser Körper benötigt Wasser zum Transport der Nährstoffe und für die Beseitigung der Abfallstoffe. Elektrolyte – im Wasser gelöste Salze – sind für die Funktion der Körperzellen und den Wasserhaushalt lebenswichtig. Der tägliche Wasserbedarf eines Menschen liegt – je nach Umgebungstemperatur und körperlicher Aktivität – bei mindestens einem Liter. 

Die Geschwindigkeit, mit der die Dehydrierung eintritt, hänge von mehreren Faktoren ab. Neben der Aussentemperatur spielt die körperliche Anstrengung eine wichtige Rolle. «Gesunde Erwachsene können fünf bis zehn Prozent des Körpergewichts verlieren», sagt Beck. «Bei mehr kann es zu ernsthaften Komplikationen kommen.» Vorerkrankungen, zum Beispiel Kreislaufprobleme, könnten sich zudem negativ auswirken. 

Kinder sind besonders gefährdet

Problematisch ist der Flüssigkeitsverlust für Kinder und besonders Säuglinge. «Kinder weisen eine grössere Körperoberfläche im Verhältnis zum Gewicht auf und haben kleinere Reserven», erklärt Beck. Sie seien daher schneller gefährdet.  

Um sich nicht in Gefahr zu bringen, sollte man solche Wanderungen gut planen, mahnt Beck. «Dazu gehört, dass man ausreichend Wasser mitnimmt und die Strecke kennt.»

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