DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
This illustration made available by NASA depicts the Ingenuity helicopter on Mars after launching from the Perseverance rover, background left. It will be the first aircraft to attempt controlled flight on another planet. (NASA/JPL-Caltech via AP)

Premiere im All: Der Mars-Heli «Ingenuity» soll die Oberfläche des roten Planenten erkunden. Bild: keystone

Bald startet der erste Helikopter auf dem Mars – das haben Schweizer Motoren damit zu tun

Von Obwalden direkt auf den Mars: Am Donnerstag landet der NASA-Rover «Perseverance» auf dem roten Planeten. Mit an Bord ist der erste Helikopter in der Geschichte der Raumfahrt. Motoren einer Firma aus Sachseln steuern die Drohne. Das sind die wichtigsten Punkte.



Die Mission

epa08995460 An undated handout picture made available by the National Aeronautics and Space Administration (NASA)'s Jet Propulsion Laboratory (JPL) in Southern California, USA shows an illustration of NASA's Perseverance rover landing safely on Mars (issued 08 February 2021). Entry, Descent, and Landing (or EDL) begins when the spacecraft reaches the top of the Martian atmosphere, travelling nearly 20,000 kph. EDL ends about seven minutes after atmospheric entry, with Perseverance stationary on the Martian surface. Hundreds of critical events must execute perfectly and exactly on time for the rover to land safely on 18 February 2021 on Mars. NASA's Jet Propulsion Laboratory in Southern California built and will manage operations of the Mars 2020 Perseverance rover for NASA. Perseverance is on a mission to seek signs of ancient life and collect samples of rock and regolith (broken rock and soil) for possible return to Earth.  EPA/NASA/JPL-Caltech HANDOUT  HANDOUT EDITORIAL USE ONLY/NO SALES

Läuft alles nach Plan, setzt die Landefähre den Mars-Rover am Donnerstag im Jezero-Krater ab. Bild: keystone

«Das Ziel der Mission ist zu beweisen, dass auf dem Mars einst Leben existiert hat.»

Nicolas Thomas, Universität Bern

Die Spannung steigt. Läuft alles nach Plan, setzt der Mars-Rover «Perseverance» (Beharrlichkeit) am 18. Februar um 21.50 Uhr Schweizer Zeit auf der Oberfläche des roten Planeten auf – dies nach einer gut sechsmonatigen Reise von mehr als 470 Millionen Kilometern.

Das Landegebiet liegt im Jezero-Krater, der einst mit Wasser gefüllt war. «Das Ziel der Mission ist zu beweisen, dass auf dem Mars einst Leben existiert hat», sagt Nicolas Thomas, Direktor des Physikalischen Instituts der Universität Bern, zu watson.

epa08995458 An undated handout picture made available by the National Aeronautics and Space Administration (NASA)'s Jet Propulsion Laboratory (JPL) in Southern California, USA shows an illustration of a spacecraft containing NASA's Perseverance rover slowing down using the drag generated by its motion in the Martian atmosphere, during its descent to Mars (issued 08 February 2021). Entry, Descent, and Landing (or EDL) begins when the spacecraft reaches the top of the Martian atmosphere, travelling nearly 20,000 kph. EDL ends about seven minutes after atmospheric entry, with Perseverance stationary on the Martian surface. Hundreds of critical events must execute perfectly and exactly on time for the rover to land safely on 18 February 2021 on Mars. NASA's Jet Propulsion Laboratory in Southern California built and will manage operations of the Mars 2020 Perseverance rover for NASA. Perseverance is on a mission to seek signs of ancient life and collect samples of rock and regolith (broken rock and soil) for possible return to Earth.  EPA/NASA/JPL-Caltech HANDOUT  HANDOUT EDITORIAL USE ONLY/NO SALES

Das Raumschiff tritt am Donnerstag in die Mars-Atmosphäre ein. Bild: keystone

An Bord hat das rund 1000 Kilogramm schwere und drei Meter lange Gefährt unter anderem sieben wissenschaftliche Instrumente, 23 Kameras und einen Helikopter.

Die Roboter versuchen bis 30 Bodenproben entnehmen. Nachfolgende Missionen sollen diese dann zur Erde zurückbringen. Bei uns suchen dann die Wissenschaftler in Laboren nach Fossilen von Mikroben – und dem möglichen Nachweis von Leben.

Die Mission kostet total über 2,5 Milliarden US-Dollar und dauert bis ins nächste Jahrzehnt.

Der Mars-Helikopter

Es ist eine Premiere im All: An der Unterseite des Rovers befestigt ist die Helikopter-Drohne «Ingenuity», die die ersten Flüge auf dem Mars (und überhaupt auf einem anderen Himmelskörper) in der Geschichte der Raumfahrt absolvieren soll.

Auf dem Mars zu fliegen ist extrem anspruchsvoll. Denn die Atmosphäre des Nachbarplaneten ist 99 Prozent dünner als auf der Erde. Darum sind zwei extra-lange, gegenläufige Rotorblätter nötig, um das Fluggerät in der Luft zu halten.

Die Steuerung des Mini-Helikopters erfolgt durch sechs Motoren der Schweizer Firma Maxon aus Sachseln (OW), die den Anstellwinkel der Rotorblätter anpassen. «Wir haben unsere Motoren auf alle möglichen Arten getestet. Jetzt fiebern wir alle der Landung entgegen», sagt Stefan Roschi, Sprecher von Maxon, zu watson.

epa08995948 An undated handout picture made available by the National Aeronautics and Space Administration (NASA)'s Jet Propulsion Laboratory (JPL) in Southern California, USA shows an illustration of NASA's Perseverance rover and Ingenuity Mars Helicopter (bottom) on the Martian surface (issued 08 February 2021). Hundreds of critical events must execute perfectly and exactly on time for the rover to land safely on 18 February 2021 on Mars. NASA's Jet Propulsion Laboratory in Southern California built and will manage operations of the Mars 2020 Perseverance rover for NASA. Perseverance is on a mission to seek signs of ancient life and collect samples of rock and regolith (broken rock and soil) for possible return to Earth.  EPA/NASA/JPL-Caltech HANDOUT  HANDOUT EDITORIAL USE ONLY/NO SALES

Der Mars-Rover verfügt über 13 Kameras - und einen Mini-Helikopter. Bild: keystone

Ingenuity wird hochauflösende Fotos von der rostfarbenen Mars-Oberfläche knipsen. Die NASA will mit dem Drohnen-Experiment primär testen, ob die Heli-Technik funktioniert. In den nächsten Missionen könnte es weiter gehen:

«Mit den Drohnen könnte man künftig über Mars-Berge oder gar die Polarkappen fliegen. Der Radius für Missionen vergrössert sich im Vergleich zu den Rovern ungemein», sagt der Berner Weltraumforscher Nicolas Thomas weiter.

Die Schweizer Mars-Geschichte

Bild

Diese Mini-Motoren von Maxon sind bald auf dem Mars im Einsatz. bild. Zvg

Seit über 20 Jahren ist die Schweizer Firma Maxon bei der Mars-Erkundung an vorderster Front dabei. 1997 landete die Sonde «Pathfinder» auf dem roten Planeten. Bereits damals trieben elf Präzisionsmotoren von Maxon den dazugehörigen Rover «Sojurner» an. Bei mehreren darauffolgenden Missionen standen insgesamt über 100 Maxon-Antriebe auf dem Mars im Einsatz.

Alleine bei der neuen Mission «Perseverance» sind es über zehn: «Wir sind in absolut kritischen Anwendungen involviert. Wenn etwa der Roboterarm, an dem unsere Motoren montiert sind, sich nicht bewegt oder der Greifer nicht funktioniert, dann ist die Mission ein Misserfolg», so der Maxon-Sprecher Roschi weiter.

Für das Zentralschweizer Unternehmen seien die Mars-Missionen mehr als nur Prestige. «Unsere Ingenieure können das neu erworbene Wissen etwa in der Medizinaltechnik einsetzen», sagt Roschi. Von Maxon seien über 100 Personen in die Entwicklung und den Bau der Motoren involviert gewesen.

Die besten Bilder vom Mars. Eine Raumfahrt-Geschichte

Auch bei der Uni Bern sind schon länger viele Augen auf den Mars gerichtet. Die an der Uni Bern entwickelte Mars-Kamera «CaSSIS» beobachtet seit April 2018 in der Raumsonde ExoMars den Nachbarplaneten und liefert hochaufgelöste, farbige Bilder der Marsoberfläche. «Wir werden sicher Fotos des Landesplatzes von ‹Perseverance› machen», kündigt Nicolas Thomas von der Uni Bern an. Wenn die Landung denn klappt. 40 Prozent aller Mars-Missionen scheitern.

«Waren wir Menschen in unserem Sonnensystem immer alleine oder gab es da noch was? Diese Frage hat uns Wissenschaftler schon immer angetrieben», so Thomas weiter.

sojourner pathfinder mars

1997 erkundete der erste Mars-Rover «Sojurner» den Nachbarplaneten. Bild: nasa

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Die besten Bilder vom Mars. Eine Raumfahrt-Geschichte

Wo sind Roboter bereits im Einsatz und was erwartet uns?

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

2027 soll das erste Weltraumhotel öffnen – und nun doch nicht nach einem Nazi benannt sein

In Corona-Zeiten ist Reisen nur eingeschränkt möglich. Da klingt es umso fantastischer, was das amerikanische Start-up Orbital Assembly Corporation verkündet: Bereits 2027 sollen Ferien im All möglich sein. In diesem Jahr soll nämlich das erste Weltraumhotel öffnen – nach lediglich einem Jahr Bauzeit. «Voyager Station» soll das Space-Hotel heissen, und Reisewillige können jetzt schon Reservationen tätigen.

Das Weltraum-Hotel – erste Pläne wurden schon 2019 präsentiert – sollte …

Artikel lesen
Link zum Artikel